Willkommen beim NABU Ober-Mörlen


Aktuelles

Streuobstseminar in Ober-Mörlen am Samstag, 29.02.2020

Weil wir einen ganzen Tag für das Thema Obstbaumpflege angesetzt haben und stark in Theorie und Praxis gliedern, nennen wir unsere Veranstaltung "Streuobstseminar", Traditionsbewusste bleiben gerne bei dem Begriff Schnittkurs. Die Theorie wird ab 9:30 Uhr im Ober-Mörler Schloss, Frankfurter Straße 31, Raum Arkaden (hinterer Schlosshof) vermittelt. Hauptthemen: Sortenwahl, Pflanzen und Schneiden von Obstbäumen. Zur Mittagszeit wird eine kurze Pause eingelegt. Getränke sind vorhanden. Eine Brotzeit muss mitgebracht werden.

 

Danach wird auf einer Streuobstwiese im Naturschutzgebiet Magertriften ein Hochstammsetzling gepflanzt und anschließend bis ca. 16:00 Uhr der fachgerechte Schnitt an jungen und alten Bäumen in mehreren Gruppen geübt. Die Teilnehmer bringen bitte mit: Gartenschere, Baumsäge und Astschere. Geeignete Kleidung ist wichtig! Auch bei schlechtem Wetter beginnt die Veranstaltung wie angekündigt; über die Durchführung des praktischen Teils am Nachmittag wird dann aktuell entschieden. 

 

Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt, deshalb ist eine Anmeldung bis spätestens 27. Februar erforderlich. Telefonisch bei Hans-Josef Rauch, 06002/7315. Alternativ per Mail an info@nabu-ober-moerlen.de. Weil die Teilnahme am Streuobstseminar kostenlos ist, werden Spenden gerne entgegengenommen.

Der Film "Die Wiese, ein Paradies nebenan" am Freitag 13.03.

Die NABU-Gruppe lädt alle an dem Thema Interessierten zu diesem Film in den Lesesaal des Schlosses (Frankfurter Straße 31) in Ober-Mörlen ein. Beginn: 19.30 Uhr; Eintritt: frei; Spenden sind erwünscht.

 

Kaum jemand macht sich eine Vorstellung davon, welche Vielfalt an bunten Wiesenblumen und Kräutern auf Wiesen und Weiden vorkommt und wie diese Pflanzen wiederum einer Vielzahl von Käfern, Schmetterlingen, Grashüpfern und Vögeln als Nahrung dienen. Solche intakten Lebensräume waren bis vor wenigen Jahren noch Normalität.

 

Die zunehmende Intensivierung der Bewirtschaftung des Grünlandes, u.a. durch immer mehr Einsatz von Mineraldünger und Gülle, hat zu einer dramatischen Veränderung der Lebensbedingungen auf der Wiese geführt. Wenige, auf Massenwuchs getrimmte Grasarten, bestimmen das Bild; Vielfalt ist verschwunden. Kein anderer Lebensraum ist bei uns heute so bedroht, wie naturnahe, artenreiche Wiesen.

 

Der bereits im Kino gezeigte Dokumentarfilm „Die Wiese – ein Paradies nebenan“ des bekannten Naturfilmers Jan Haft zeigt eindrucksvoll aber ohne Polemik die Entwicklung auf, die zu der beschriebenen heutigen Situation geführt hat. Er will aber auch Wege aufzeigen, wie diesem dramatischen Verlust an heimischer Biodiversität entgegengewirkt werden kann.

Näheres zu unseren weiteren Terminen und denen der benachbarten NABU-Gruppen finden Sie hier

 

 Aktuelle Fotos vom Naturschutzgebiet Magertriften finden Sie hier


Berichte und Bilder

Vereinswanderung zwischen den Jahren (28.12.2019)

Obwohl die Ober-Mörler Naturschützer schon seit Jahrzehnten auf Winterwanderung gehen, war es den Organisatoren wieder gelungen, nicht weit vom Heimatort entfernt im Dreieck Kransberg, Pfaffenwiesbach und Usingen eine Route zu finden, die den Teilnehmern manch Interessantes und Unbekanntes bot. Vorstandsmitglied Matthias Möbs, der die Wanderung ausrichtete, begrüßte mehr als zwanzig Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Es waren altbekannte Mitglieder, neue Mitglieder, die wir speziell auch auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht hatten und Freunde des NABU Ober-Mörlen, die vielleicht nun auch beitreten werden. Start- und Zielpunkt war der Parkplatz auf dem Bergrücken zwischen Usingen und Pfaffenwiesbach. Der Boden war angefroren, das ergab einen sicheren Tritt und gutes Vorankommen. Am Nachmittag waren dann auf bestimmten Streckenabschnitten Rutschgefahr und Erdklumpen an den Schuhen die Wegbegleiter. 

 

Erstes Ziel war die Kreuzkapelle oberhalb von Kransberg. Sie wurde 1699 vom Kransberger Schlossherrn errichtet und später von der Kransberger Kirchengemeinde unterhalten, obwohl diese niemals Eigentümer war. Seit einigen Jahren treffen sich an Christi Himmelfahrt wieder die Gläubigen und wallfahren auf einer historischen Hainbuchenallee von Kransberg zum Gottesdienst hinauf zur Kreuzkapelle. Die NABU-Wanderer nutzten diesen Weg in umgekehrter Richtung und stiegen bis zur Hauptstraße in Kransberg ab. Die wurde aber nur für ein paar Meter begangen, um dann auf einem breit angelegten Waldweg wieder auf 325 Meter Höhe zum Hessenkopf zu kommen. Dort bot sich der Gruppe eine schöne Aussicht Richtung Eschbach und Wernborn. Während die meisten Mitwanderer noch nie dort waren, ist der Hessenkopf in Usingen als „Hausberg“ des Taunusklubs bekannt, der dort traditionell den 1. Mai mit Posaunenchor und Maibowle begeht und dabei an einem Fahnenmast mit Standarte die aktuelle Jahreszahl anbringt.

 

Das nächste Etappenziel war der Silbersee, ein vollgelaufener Steinbruch, der nur über zugewachsene Pfade zu erreichen war und einen wertvollen Lebensraum für seltene Tierarten darstellt. Weiter ging es zur Quarzklippe nahe der Usa und der Hessenmühle. Dort präsentierten Matthias Möbs und Robert Scheibel verschiedene Steine und Mineralien, die für den geologischen Aufbau des Taunus typisch sind. Besonders schön anzuschauen war ein Rohquarz aus dem Quarzitwerk jenseits der Usa. Die Reinheit dieses Mineralvorkommens aus Usingen ist in Europa einmalig. Auf einer Karte wurde der Verlauf des Usinger Quarzgangs verdeutlicht. Er zieht sich vom Saienstein und den Eschbacher Klippen über den Quarzitbruch im Usatal und dem Silbersee bis zum Wormstein. Nach dieser Lehrstunde zu den Themen Geologie und Mineralogie ging es strammen Schrittes auf dem Usatal-Radweg Richtung Tannenhof zum Mittagessen. Das führte wohl mehr Kalorien zu, als für die Wanderung verbraucht wurden. Vom Restaurant aus marschierten die Wanderer zum letzten Etappenziel, dem Wormstein. Auffällig waren hier die moosbewachsenen Felsen am Rande des aufgegebenen Quarzitbruchs. Nur noch zwei Kilometer waren es bis zum Ende der Rundstrecke,  die insgesamt eine Länge von ca. 12 Kilometer hatte. Kein Teilnehmer musste aufgeben oder gestützt werden. Es war auch kein sportlicher Wettbewerb, sondern eine Familienwanderung für jung und alt zur Pflege der sozialen Kontakte. So sahen das offensichtlich auch die positiv gestimmten Wanderer. Matthias Möbs lud sie spontan zur nächsten Wanderung zwischen den Jahren in 12 Monaten ein.

 

Wer die Strecke nachwandern will und über ein Handy mit der entsprechenden App verfügt, kann u.a. Datei herunterladen.

Download
Usingen_Hessenkopf_Quarzgang.gpx
GPS eXchange Datei 302.5 KB

Obstbaumpflege nicht nur obenrum (16.11.2019)

Dem Laien fällt zum Thema Streuobstwiesen als erstes ein, dass Obst im Sommer heranreift und im Herbst geerntet werden kann. Die anderen notwendigen Aktivitäten gehen gerne unter; auch viele Streuobstwiesenbesitzer haben sie vergessen – entsprechend ungepflegt sehen Bäume und Grundstücke oft aus. Neben dem Schnitt der Baumkrone muss danach geschaut werden, ob die den Stamm umschließende Drahthose noch vor Verbiss durch Wild und Schafe schützt. Mitte November hatten wir einen solchen Arbeitseinsatz. Unser Foto zeigt die Vereinsaktiven beim Beseitigen von Austrieben direkt am Stamm eines Apfelbaums im Naturschutzgebiet Magertriften. Dazu musste der Verbissschutz geöffnet werden. Das im Foto zu sehende Exemplar ist das sogenannte normannische Korsett, eine aufwändige Konstruktion aus verzinkten Blechstreifen mit herausgebogenen Stacheln – Achtung Verletzungsgefahr! Diese Korsetts hatten wir vor einigen Jahren vom Projekt Wetterauer Hutungen bekommen und dort angebracht, wo die Schafe zum Fressen oder über Nacht eingezäunt werden. Da kann der Tisch noch so reich gedeckt sein mit Gras und Fallobst, die Tiere suchen in der Rinde nach Nähr- und Mineralstoffen, die sie am Boden nicht finden. 

Begrüßung der Neumitglieder und anschließende Fledermauswanderung (24.08.2019)

Der NABU Ober-Mörlen hat seit 2016 ein starkes Anwachsen seiner Mitgliederzahl zu verzeichnen; zurückzuführen ist dieses Wachstum im Wesentlichen auf die Werbeaktionen eines Teams des Bundesverbands, das in der Kerngemeinde und in Langenhain-Ziegenberg mit Erfolg von Haus zu Haus gegangen war. Der Teamvorstand hatte die Neumitglieder zu einer Fledermauswanderung in die Magertriften eingeladen. Teamvorstandsmitglied Hans-Josef Rauch konnte auf der Vereinswiese in den Magertriften leider nur wenige Neumitglieder begrüßen, er führte die mäßige Resonanz auf das hervorragende Grillwetter und die noch nicht abgeschlossene Urlaubssaison zurück. Wichtig war ihm der Hinweis, dass jedes Neumitglied geschätzt wird. Die Größe eines Vereins – der NABU Ober-Mörlen hat aktuell 242 Mitglieder – ist für dessen Gewichtung in der Öffentlichkeit und bei Behörden ein wichtiger Parameter.

 

Weil die Kinder unserer Naturschutzjugend mit Begrüßungsreden und Smalltalk wenig anzufangen wissen, trafen sie eine dreiviertel Stunde später auf der Vereinswiese ein. Sie hatten eine Expertin mitgebracht: Frau Dr. Spruck, die in Marburg verletzte oder elternlos gewordene Fledermäuse bis zum Wiederaussetzen pflegt. Anhand vieler Großfotos stellte sie die Fledermäuse vor (siehe Foto). Erläutert wurde der Körperbau, die Nahrungsaufnahme und die nächtliche Orientierung dank Echoortungssystem. Es entwickelte sich ein reger Frage-Antwort-Dialog zwischen den Kindern und der gut verständlichen Referentin. Ihr Vortrag schloss mit der Fütterung einer Bartfledermaus, die mit großem Appetit per Pinzette gereichte Mehlwürmer verschlang.

 

Es war schon dunkel, als unser Fledermausexperte Robert Scheibel mit den Versammelten zur Fledermauswanderung aufbrach. Erste Station ist traditionell die Weinstraße am Abzweig zum Panneköppel. In den vergangenen Jahren konnten dort die Zwergfledermaus und der Abendsegler beobachtet werden. Diesmal gab es keine Aktivitäten am Himmel, auch der Ultraschalldetektor, der Fledermaustöne hörbar macht, blieb stumm. Nun lag alle Hoffnung auf Begegnung mit Fledermäusen am Fauerbachteich. Über den Panneköppel mit steilem Abstieg in die Fauerbachaue erreichten die Wanderer den Teich, der Lebensraum für viele Insekten ist. Dort ist die Wahrscheinlichkeit, Fledermäuse anzutreffen, sehr groß. Der Ultraschalldetektor knatterte auf vollen Touren, und Teamvorstandsmitglied Klaus Spieler leuchtete mit seinem transportablen Scheinwerfer den See aus. Immer wieder gerieten Fledermäuse auf der Jagd nach Beute ins Licht – ein beeindruckendes Schauspiel. Die Wasserfledermaus, sie ist an ihrem geraden Flug nahe der Wasseroberfläche sofort erkennbar, war leider nicht unter den beobachteten Exemplaren. Der letzte Taschenlampeneinsatz diente dem sicheren Nachhauseweg. Die Veranstaltung endete am Ausgangspunkt Sportplatzbrücke mit dem Dank für die Teilnahme an die Neumitglieder und die vielen Kinder mit begleitenden Eltern.

 

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