Willkommen beim NABU Ober-Mörlen


Aktuelles

Fledermaus-Beobachtung

Am Freitag, 27. August, 20:15 Uhr, lädt der NABU Ober-Mörlen im Rahmen der internationalen "Batnight" zu einer Naturführung ein.  Mehr

 

Insektensommer

Der NABU rückt diesen Sommer die Insekten in den Fokus. Zählen Sie die kleinen Krabbler und sammeln Sie Daten für die Artenvielfalt. Jedes Insekt zählt! Mehr


Unsere Termine und die der benachbarten NABU-Gruppen finden Sie hier

 

Fotos vom Naturschutzgebiet Magertriften finden Sie hier


Berichte und Bilder

Daueraufgabe Neophytenbekämpfung (30.07.2021)

Seit Beginn der Wuchsperiode bekämpfen wir wieder den Riesenbärenklau und den japanischen Staudenknöterich, die sich ohne Gegenmaßnahmen übermäßig verbreiten, dadurch die heimische Flora zurückdrängen und im Falle des Riesenbärenklaus auch noch die Gesundheit des Menschen gefährden können. Ein Vereinsmitglied kümmert sich federführend um das Thema Neophyten und überprüft ständig die Situation in der Gemarkung, bestimmte Stellen stehen unter besonderer Beobachtung. Dort haben wir im Frühjahr in einem ersten Durchgang alle aufkommenden Neophyten beseitigt. Das gelingt aber nie vollständig, weil einige Exemplare später austreiben, und wir wohl auch immer welche übersehen. Oft schaffen wir es auch nicht, den austriebsfähigen oberen Teil der Wurzel mit auszugraben.

 

Jetzt im Hochsommer sind wir in einem zweiten Durchgang, und der ist besonders mühsam. Die Niederschläge der vergangenen Monate haben die Vegetation geradezu explodieren lassen. Bei unserer Suche nach den Pflanzen werden wir durch hohes Gras und austreibendes Buschwerk behindert. Das trifft ganz besonders auf ein Problemgrundstück auf dem oberen Bottenberg zu. Dort machen die Brombeeren mit ihren Stacheln das Vorankommen zur großen Anstrengung - dann ist Schwitzen angesagt, weil wir langärmelig unterwegs sind; zu groß ist die Gefahr, dass der Saft des Riesenbärenklaus auf die Haut kommt und dort Verbrennungen hervorruft. 

 

Bei unserem letzten Einsatz am vergangenen Samstag haben sechs Vereinsmitglieder hunderte Riesenbärenklau-Pflanzen und Staudenknöteriche beseitigt. Wir sind zuversichtlich, dass wir das Blühen und Aussamen der schädlichen  Eindringlinge (mit wenigen Ausnahmen) verhindern können. Einen blühenden drei Meter hohen Riesenbärenklau, wie im Foto, sollten Sie auf der Gemarkung Ober-Mörlen/Langenhain-Ziegenberg hoffentlich nicht sehen. Auch der Staudenknöterich am Wegesrand sollte die Ausnahme bleiben. 

Geschützte Pflanzen ausgegraben und mitgenommen (25.05.2021)

In diesem Jahr macht sich der NABU Ober-Mörlen mehr denn je Sorgen über das Verhalten der Menschen in der Natur. In den ersten warmen Frühjahrstagen war das Naturschutzgebiet Magertriften dem Ansturm von vielen Besuchern ausgesetzt, freilaufende Hunde störten brütende Vögel und gefährdeten das Wild. Partymacher fuhren mit ihren Autos in das Schutzgebiet und bauten den Grill auf. Doch nun ist es auch in einem ganz anderen Teil der Gemarkung zu einem Naturfrevel gekommen. 

 

Im Ober-Mörler Wald wächst die besonders geschützte Türkenbundlilie, die für Hessen in der Roten Liste als gefährdet aufgeführt ist. Der NABU Ober-Mörlen kümmert sich um dieses Vorkommen und hatte Ende April einen Bestand von 23 Exemplaren ermittelt. Schon damals war aufgefallen, dass zwei Lilien ausgegraben und mitgenommen worden waren. Mitte Mai wurde das Gebiet erneut von uns aufgesucht, und mit Entsetzen stellten wir den Diebstahl der Hälfte des Gesamtbestands fest. Wird so gezielt eine Art entnommen, dann kann unterstellt werden, dass der Täter oder die Täterin über gute botanische Kenntnisse verfügt und somit auch über die Schutzwürdigkeit der Pflanze Bescheid weiß. Das Bundesnaturschutzgesetz § 44 verbietet, wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören. 

 

Die Tat erscheint auch deshalb so sinnlos, weil die Zwiebel der Türkenbundlilie in gut sortierten Garten-Fachmärkten erworben werden kann. Die Suchanfrage "Türkenbundlilie kaufen" führt im Internet zu über 6000 Treffern! Es darf bezweifelt werden, dass die Freude an den gestohlenen Pflanzen groß sein wird, denn das Umpflanzen aus dem Waldboden in anderes Erdreich wird den Lilien vermutlich nicht gut bekommen. Der NABU Ober-Mörlen appelliert an alle Pflanzenliebhaber, wild wachsende Pflanzen an ihrem Wuchsstandort zu belassen und sich an den Exemplaren in ihrer natürlichen Umgebung zu erfreuen. 

Was im Frühjahr zu tun ist (06.05.2021)

Im Winterhalbjahr hat sich der NABU Ober-Mörlen schwerpunktmäßig mit der Pflege seiner Streuobstbestände befasst. Jetzt zu Beginn der Vegetationsperiode stehen andere Aufgaben an.  Mehr

Naturschutzgebiet im Stress (17.04.2021)

Das ortsnahe Naturschutzgebiet Magertriften wird insbesondere an Wochenenden und Feiertagen von vielen Spaziergängern besucht. Das schafft Probleme. Welche Erfahrungen der NABU Ober-Mörlen gemacht hat und wie er darauf reagiert, lesen Sie hier.

 


Coronachance statt Coronafrust (28.03.2021)

Was kann eine NABU-Ortsgruppe ihren Kindern und Jugendlichen unter Einhaltung der Corona-Verordnung  anbieten? Es kann nur eine Aktivität im Freien sein. Da kam der Tatendrang eines früheren Vorstandsmitglieds wie gerufen. Er hatte viele Nistkästen gebaut und überließ die Wahl des Standorts und des Aufhängens der NAJU Ober-Mörlen. Mehr

Naturschutzgebiete sind zu pflegen (20.03.2021)

Das Naturschutzgebiet Magertriften von Ober-Mörlen/Butzbach ist eine Kulturlandschaft, die sich ohne menschlichen Eingriff stark verändern würde. An einem Samstag, Ende März, gab es einen Pflegeeinsatz, der dem Erhalt von Freiflächen diente.  Mehr

 


Reiche Obsternte und 46 neue Jungbäume (16.11.2020)

Trotz Trockenheit und Sommerhitze lieferten die Streuobstwiesen dieses Jahr eine große Ernte an Kirschen, Mirabellen, Äpfeln und Birnen. Ein Teil des Behangs ging allerdings vor der Reife durch den vorzeitigen Fruchtfall verloren. Immerhin hatte dies den Vorteil, dass sich die Bäume selbst entlasteten und wenig Astbruch zu beklagen war. Für letzteres sind aber gepflegte Bäume mit einem stabilen Kronenaufbau Voraussetzung. Der NABU Ober-Mörlen bietet seinen Mitglieder die Möglichkeit, natürlich angebautes, unbehandeltes Tafel- und Kelterobst für den eigenen Bedarf zu ernten, wovon jedoch nur eine überschaubare Anzahl von Personen Gebrauch macht. Umso erfreulicher, dass bei den vier Terminen für die gemeinsame Apfelernte bis zu zwölf Helfer mitmachten. Vielen Dank nochmals! Die Lesetermine erstreckten sich über vier Wochen, fanden unter Beachtung der Corona-Abstandsregeln statt und wurden mit gutem Wetter belohnt. Das Gruppenfoto nach getaner Arbeit entstand beim ersten Einsatz in der dritten September-Woche.

Insgesamt kamen so über vier Tonnen Kelteräpfel zusammen, die an kleine Keltereien in Ober-Mörlen und Nachbarorten geliefert wurden. Die Erlöse werden wieder direkt in den Obstbaumschnitt investiert, denn zusätzlich zu den vielen Stunden, die die aktiven Mitglieder mit dem Schneiden von Vereinsbäumen verbringen, beauftragt der Verein auch einen spezialisierten Baumpfleger für umfangreiche Erhaltungs- und Verjüngungsschnitte.

Anfang November ging es direkt mit der Vorbereitung und Durchführung der Baumausgabe weiter. Im Jahr 2020 wurden bei der Bestellaktion insgesamt 46 Hochstämme von 15 BestellerInnen geordert. Das ist angesichts der Tatsache, dass die ehrenamtlich von der NABU-Gruppe durchgeführte und von der Gemeinde bezuschusste Aktion bereits seit über 30 Jahren läuft und viele „Wiederholungstäter“ dabei sind, kein schlechter Wert. Immerhin waren heuer 4 neue BestellerInnen dabei, die Interesse an der Erhaltung und sinnvollen Nutzung der familieneigenen Grundstücke entwickelt haben. Nun hoffen wir auf einen nassen Winter, damit die gepflanzten Setzlinge gut anwachsen und einen guten Start ins nächste Frühjahr haben.

Die zweite Schleiereulenbrut hat es nicht geschafft (02.11.2020)

Bis Mitte Oktober waren die NABU-Betreuer noch guter Dinge, dass es die letzte der ehemals fünf geschlüpften Schleiereulen schaffen würde. Am 19. Oktober hatte ein Betreuer den Nistkasten im Kirchturm der St.-Remigius-Kirche in Ober-Mörlen inspiziert und eine geschwächte Jungeule vorgefunden, die sich nicht bewegte und keine Fluchtreaktion zeigte, auch das Foto ließ sie teilnahmslos zu. Eine Woche später stiegen die NABU-Betreuer wieder in den Kirchturm, und enttäuscht mussten sie feststellen, dass die Jungeule nicht überlebt hat. Die Altvögel hatten den Nistplatz verlassen und ihr Junges ohne Fütterung zurückgelassen - es ist verhungert. So unbarmherzig geht es in der Natur zu. Aber selbst wenn die Jungeule flügge das Nest verlassen hätte, wären ihre Überlebensaussichten wegen der kalten Nächte und des verschlechterten Nahrungsangebots im Herbst nicht gut gewesen. Halten wir positiv fest: Die erste Brut hat vier wunderschöne Schleiereulen hervorgebracht, die sich im Spätsommer noch stärken konnten und beste Aussichten haben, den Winter und die kommenden Jahre zu überleben. 

 

Inzwischen wurden die Nistkästen gereinigt und damit die Brutsaison 2020 im Kirchturm abgeschlossen. Die Hoffnung für nächstes Jahr ist, neben den Schleiereulen auch die Turmfalken endlich bei einen Bruterfolg beobachten zu können.

Landschaftsstruktur im Wandel (13.09.2020)

Wie sah das Naturschutzgebiet Magertriften vor rund 60 Jahren aus? Mit dieser Frage befasste sich ein naturkundlich-historischer Rundgang des NABU Ober-Mörlen unter Leitung von Melanie Hahn und Robert Scheibel. Möglich wurde diese Veranstaltung dadurch, dass Melanie Hahn während ihres Studiums die Veränderung der Landschaftsstruktur in den Magertriften und den angrenzenden Flächen zwischen 1953 und 2015 untersuchte. Den 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bot sich so eine neue wissenschaftliche Sicht auf das Gebiet. 

 

An der ersten Station des Rundganges ging Melanie Hahn auf die Methodik der Untersuchung des Landschaftsstrukturwandels ein. Datengrundlage waren ein historisches Luftbild von 1953 und ein aktuelles Luftbild. Diese Aufnahmen wurden mit einem Computerprogramm in digitale Karten umgewandelt und die einzelnen Flurstücke als Acker, Grünland, Streuobst, Gehölze, Wege etc. klassifiziert. Nun ließ sich auswerten, wie sich die Anzahl und Größe der Parzellen, deren Form und die Länge der Grenzlinien änderten, und welche Verschiebungen zwischen den Nutzungsarten stattfanden.

 

An mehreren Stellen legte die Gruppe einen Halt ein, um die Veränderungen an konkreten Beispielen zu betrachten. Hilfreich waren dabei die mitgeführten Luftbilder, Karten und Diagramme. Bereits auf den ersten Blick erkennbar ist die Zunahme von Gehölzflächen. Zum einen durch Nutzungsaufgabe von Grünland, die dann zur Verbuschung führt, aber auch durch gezielte Aufforstungen. So gab es das gepflanzte Wäldchen am Märzberg im Jahr 1953 noch gar nicht. Um zwei Drittel abgenommen haben dagegen die Streuobstbestände. Etwa gleich geblieben ist die Flächenbedeckung mit Äckern und Grünland. Dabei wurden im Naturschutzgebiet Äcker zu Grünland, und außerhalb, wie im Fauerbachtal, Grünland zu Äckern, sodass eine Verschiebung der Grünlandflächen in das Schutzgebiet stattgefunden hat. Viele ehemalige Streuobstbestände sind heute Grünland, da die Bäume nicht mehr gepflegt und nachgepflanzt wurden.

 

Einen Einfluss auf die vorkommenden Tier- und Pflanzenarten hat auch die deutliche Zunahme der Flächengrößen und die damit verbundene kleinere Zahl von Einzelflächen sowie die Abnahme der Randlinienlängen. An der Weinstraße blickten die Teilnehmer auf einen großen Acker, wo vor sechzig Jahren viele kleine Äcker lagen. Bei der Interpretation der in Zahlen ausgedrückten Untersuchungsergebnisse muss man fachlich überlegen, was in welchem Fall besser oder schlechter für bestimmte Tiere oder Pflanzen ist. Weniger Ackerränder wirken sich auf jeden Fall ungünstig auf Insekten und Kleintiere aus. Vielschichtiger ist die Bewertung von mehr Grenzlinien zwischen Grünland, Streuobstwiesen und Gehölzen. Einerseits bieten Randlinien zusätzliche Strukturen, andererseits können ausgehend von den Gehölzen negative Grenzeffekte wie Beschattung oder Ausbreitung von Verbuschung auftreten. Die heutigen Parzellengrößen im Naturschutzgebiet sind diesbezüglich ein guter Kompromiss.

 

Robert Scheibel wies darauf hin, dass sich die Landnutzung natürlich auch vor 1953 immer wieder änderte. So gab es Abbaustätten für Sand, Lehm, Ton und Kies inklusive einer Ziegelei. Die Obstwiesen traten erst im 17. Jahrhundert an die Stelle von Weinbergen, daher die Gemarkungsbezeichnung Wingert. Und Obstbäume standen nicht nur auf Wiesen – unter ihnen wurden beispielsweise Getreide, Kartoffel oder Erdbeeren angebaut.

 

Aus der aufmerksamen Zuhörerschaft wurden viele Fragen gestellt und eigene Erinnerungen beigetragen. Die Führung endete mit einem Blick in die Zukunft: Wie sieht das Naturschutzgebiet in 20 Jahren aus? Einigkeit bestand darin, dass sich die struktur- und artenreiche Landschaft nur durch gemeinsame Bemühungen von Landwirtschaft, Behörden, ehrenamtlichen Naturschützern und Eigentümern erhalten lässt.

 

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