Willkommen beim NABU Ober-Mörlen


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Berichte und Bilder

Besuch in Campo Pond (02.06.2019)

Einen sonnigen Sommertag mit schon teilweise zu hohen Temperaturen hatte sich die NABU-Gruppe Ober-Mörlen für ihre Exkursion nach Hanau, Groß-Auheim ausgesucht. Ziel war das ehemalige Militärgelände Campo Pond, wo die US Armee bis zu ihrem Abzug 1989 mit schweren Panzerfahrzeugen trainierte.Aus heutiger Sicht erweist es sich als großer Vorteil, dass die gesamte Fläche von etwa 100 ha durch einen hohen Zaun vom freien Zugang durch die Öffentlichkeit abgeschirmt war. Die Vegetation des ehemaligen Truppenübungsplatzes besteht nämlich in weiten Bereichen aus einer sogenannten nährstoffarmen Sandmagerrasen-Vegetation mit vielen seltenen Pflanzen. Durch das intensive Befahren mit den Panzern entstanden immer wieder offene Flächen, auf denen sich die Vegetation neu entfalten konnte. Außerdem dienten die mit Wasser gefüllten Fahrspuren seltenen Amphibien, wie z.B. der Kreuzkröte, als Laichplatz. Folglich wurde das Gebiet nach dem Abzug der Amerikaner vom Regierungspräsidium

Darmstadt umgehend unter Schutz gestellt und als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen. Um den besonderen Charakter des Gebietes aufrecht zu erhalten, entschied sich die für solche Flächen zuständige Bundesforstverwaltung zu einem Experiment: Wildpferde, sogenannte Prezewalski-Pferde, werden zur Beweidung und Offenhaltung des Geländes erfolgreich eingesetzt. Frau Dr. Beil, Mitarbeiterin des Umweltzentrums Hanau, führte die Gruppe durch das Schutzgebiet. Sie wusste viel Interessantes und Spannendes aus dem Leben der Wildpferde zu berichten. Die sehr genügsamen Tiere, z.Zt. 4 Stuten, leben ganzjährig auf der Fläche und benötigen höchstens im Winter etwas Heu als Beifutter. Ein vorhandener Unterstand wird von den Tieren auch bei extremer Witterung nicht aufgesucht. Ihren Wildpferd-Charakter sollen sie auch behalten, da geplant ist, die Nachzucht der Stuten nach und nach in ihrer ursprünglichen Heimat, den Steppen der Mongolei, wo sie seit dem letzten Jahrhundert ausgerottet waren, wieder auszuwildern.

 

Neben den Prezewalski-Pferden war die NABU-Gruppe auch an der ungewöhnlichen Flora des Gebietes besonders interessiert. So konnte man das extrem genügsame Silbergras als Pionierpflanze auf den sandigen Rohböden bestaunen, ebenso den kleinen Sauerampfer, das Silberfingerkraut, die Zypressenwolfsmilch sowie das

Heidekraut. Allen Pflanzen kann man an ihrer Wuchsform bereits ansehen, dass sie auf extrem nährstoffarmen und trockenen Böden zurechtkommen müssen. Natürlich gibt es auch Probleme bei der Erhaltung eines solchen Pflanzenbestandes. Wie Frau Dr. Beil berichtete, breitet sich die Traubenkirsche als Gehölz, das von den Pferden nicht gefressen wird, ebenso aus, wie das Einjährige Berufskraut und das

Schmalblättrige Greiskraut, die als Neophyten die vorhandene Vegetation zurückdrängen und dann durch die Bundesforstverwaltung entfernt werden müssen. Neben einer großen Zahl von Singvögeln kommen in dem Gebiet auch die seltene Heidelerche sowie der Wiedehopf und diverse Fledermausarten vor. Zum Abschluss des Rundganges kreiste über der Gruppe ein eindrucksvoller Rotmilan. Mit vielen neuen und interessanten Eindrücken und nach einer Stärkung beim gemeinsamen Mittagessen trat die NABU-Gruppe die Rückfahrt nach Ober-Mörlen an. 

Neophytenbekämpfung (13.05.2019)

Im Verein hat sich ein Bekämpfungs-Team etabliert, das in jedem Jahr ab Ende April und sodann im Sechs-Wochen-Rhythmus bis Oktober ausrückt, um dem Riesenbärenklau und dem asiatischen Staudenknöterich Einhalt zu gebieten. Ausgerüstet mit Spaten und geschützt mit Handschuhen durchstoßen die Bekämpfer die Wurzeln des Bärenklaus möglichst tief unterhalb der Erdoberfläche. Wir kennen ca. 10 Standorte in der Gemarkung Ober-Mörlen, die wir regelmäßig überprüfen. Im vergangenen Sommer wurde auf dem oberen Bottenberg ein neuer Standort mit ca. 1000 Riesenbärenklau-Exemplaren entdeckt, die in zwei Arbeitseinsätzen beseitigt wurden. Insgesamt glauben wir, das Thema Neophyten im Griff zu haben. Eine Ausnahme stellt das großflächige Vorkommen des asiatischen Staudenknöterichs im Schiefertälchen zwischen der Kerngemeinde und dem Ortsteil Langenhain-Ziegenberg an der B275 dar (ehemaliges Munitionsdepot der US-Armee). Auf unseren Hinweis hat der Bundesforst die Bekämpfung mit Maschineneinsatz übernommen. 

Viel Arbeit im Winter (26.01.2019)

Einsätze in der kalten Jahreszeit sind mit einem hohen Wetterrisiko behaftet, schon des Öfteren ist es vorgekommen, dass der angekündigte Termin abgesagt werden musste, weil die Temperatur unter null Grad gefallen war - dann können keine Bäume geschnitten werden. Oder weil Schnee lag - dann lässt sich die Bodenvegetation nicht bearbeiten. Insofern hatten wir am Samstag, 26.01., das Glück der Tüchtigen. Auf unserer Vereins-Streuobstwiese im Naturschutzgebiet Magertriften bilden sich jedes Jahr Dornenaustriebe, die ungehindert wachsen, weil die dort weidenden Schafe diese Gewächse meiden. Deshalb haben wir mit Motorsensen diese Austriebe beseitigt und den ausufernden Heckenbewuchs zurückgenommen, der sich langsam in die Wiese ausbreitete. Sechs Mann waren im Einsatz, da ging die Arbeit rasch von der Hand. Es blieb noch Zeit für Pflegearbeiten auf den Feldholzinseln "In der Kehl" und "Hinkelstein", die zwischen Ober-Mörlen und Butzbach liegen. Dort haben wir Sträucher oder Äste so gekürzt, dass Beeinträchtigungen für die angrenzenden Äcker oder Feldwege ausgeschlossen sind. Auf den Fotos ist die Feldholzinsel Hinkelstein zu sehen, leicht zu erkennen ist die ältere Aufnahme aus dem Jahr 2005 (zwei Jahre nach Anpflanzung) und die aktuelle Aufnahme vom vergangenen Samstag (ungefähr gleicher Kamerastandort), die uns bei der Arbeit zeigt. Im nächsten Jahr muss dort der Bewuchs ausgedünnt werden, damit Ruheplätze für das Wild erhalten bleiben und auch die Vegetation nicht überaltert. 

 

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