Willkommen beim NABU Ober-Mörlen


Details zur Aktion Streuobstwiesen 2018 finden Sie hier

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Berichte und Bilder

 

Aktuelle Fotos vom Naturschutzgebiet Magertriften finden Sie hier


Eine Tonne Äpfel in 2 Stunden 20 (10.09.2018)

"In der Gruppe geht das Apfellesen richtig flott und macht auch Spaß" sagt der NABU in seinem Aufruf zur Teilnahme an der Obsternte 2018 - und so war es auch am vergangenen Montag, dem ersten diesjährigen Lesetermin. Fünf Aktive haben in etwas mehr als zwei Stunden exakt 1000 kg Fallobst auf der Vereinswiese im Naturschutzgebiet Magertriften gelesen. Obwohl es sich bei dem Aufsammeln der Äpfel um konzentriertes Arbeiten handelt, sind gute Gespräche möglich und man kann sich abstimmen. Der eine trägt die vollen Körbe zum Anhänger und leert sie, der andere bevorzugt in der Hocke zu bleiben und die bereitgestellten Körbe zu füllen. Zufrieden waren an diesem Tag der Betreuer der Vereins-Streuobstwiesen (auf dem Foto links) und der Kassenwart (auf dem Foto rechts), die sich über die Einnahmen freuen, die wieder in die Pflege der Streuobstwiese fließen. Aber nicht nur der NABU Ober-Mörlen ist der Ansicht, dass die regionalen Keltereien viel zu wenig für das angelieferte Obst bezahlen.

Ungewohnter Arbeitseinsatz - Astbruch verhindern (15.08.2018)

Mitte August haben wir auf unserer Vereins-Streuobstwiese den Behang der Apfelbäume reduziert, weil viele Bäume - im wahrsten Sinne des Wortes - brechend voll Früchte hingen. Es kommt hinzu, dass die Äpfel bis zur Erntereife noch wachsen und somit an Gewicht zulegen. Die Wasserlast und die Windböen des nächsten Gewitters (auf Niederschlag warten wir händeringend) lassen dann die Äste brechen. Die Überlast führt häufig zum Bruch der Leitäste unmittelbar am Stamm. Die Bruchstelle ist dann Eintrittspforte für Krankheitserreger; das führt zum Siechtum des Baums. Überlebt er, dann zeigt er eine lückenhafte Krone und neigt sich in vielen Fällen zur Seite. 

 

Mit Schüttelstangen haben unsere Aktiven die betroffenen Bäume von einem Teil ihrer Last befreit. Dabei achteten sie darauf, die Rinde nicht zu verletzen oder gar mit dem Schütteln einen Bruch zu provozieren, der ja dauerhaft verhindert werden soll. Für die Leserinnen und Leser dieses Berichts soll das keine Anleitung sein, bei vollhängenden Bäumen in gleicher Weise zu verfahren. Alternativ ist zu prüfen, ob den betroffenen Bäumen nicht mit Stützen geholfen werden kann. Die Stütze aus aus einer Holzstange mit einer Querlatte am oberen Ende wird unter den angehobenen belasteten Ast gestellt. Wichtig ist eine weiche Auflage, z.B. ein Schwamm, zwischen Stütze und Ast, damit die Rinde heil bleibt.

Wir haben beim Pfarrfest mitgemacht (30.06.2018)

Für Sommerfeste gibt es in Ober-Mörlen keine bessere Lokation als den idyllischen Pfarrgarten am Kirchplatz, dort waren wir beim Pfarrfest am 30.06. mit einem eigenen Stand vertreten. Mit der Katholischen Kirchengemeinde kooperieren wir seit vielen Jahren, neben der hier besprochenen Teilnahme am Pfarrfest unterstützt der NABU bei der Pflege des Baumbestands in den Pfarrgärten (Neuanpflanzungen, fachgerechter Schnitt), und – ausgelöst durch eine Taubenplage – bauten wir für Turmfalken und Schleiereulen im Kirchturm Nistkästen ein und betreuten sie über mehrere Jahre. Leider blieb es bisher bei einem Brutversuch des Turmfalken.

 

Früher feierte die Katholische Kirchengemeinde das Pfarrfest im Herbst, da war unser Angebot klar: Wir informierten über Streuobst, Kürbiswaffeln wurden gebacken, und mit der transportablen Kelteranlage pressten wir vor Ort mit Hilfe der begeisterten Kinder Apfelmost. Den konnten dann alle Gäste gegen geringes Entgelt genießen – dieses Angebot war seinerzeit ein Renner.

 

In diesem Jahr drehte sich an unserem Stand alles um "Blühende Gärten für Wildbienen, Schmetterlinge & Co". Dieses Thema ist wegen des festgestellten Rückgangs der Insektenbestände hochaktuell. Zusätzlich zeigten wir auf Schautafeln Informationen über die seitherige Arbeit unseres Vereins, der in diesem Jahr auf ein 40-jähriges Bestehen als Naturschutzgruppe Ober-Mörlen und seit 2013 als Ortsgruppe im NABU zurückblicken kann.

 

Zum Thema "Blühende Gärten" formten unsere Jugendlichen Marvin Kössler und Thorben Steuerwald mit den Standbesuchern, vorzugsweise Kindern, tischtennisballgroße Kugeln aus Lehm, Erde und Blumensamen (siehe Foto). Mindestens zur Hälfte mit Erde bedeckt eingepflanzt, wachsen aus diesen Kugeln Ringelblumen, Kornblumen, Mohn, Malve, Sonnenblumen und weitere Pollen- und Nektarspender.

 

Von den blühenden Pflanzen profitieren dann zum Beispiel die solitär lebenden Wildbienen – und auch die benötigen eine Möglichkeit, ihre Brut abzulegen. Dafür konnten die Besucher an unserem Stand Nisthilfen basteln. Aus einer Schilfrohrmatte hatte der NABU schon Streifen in der Größe 25x80 cm abgetrennt, die von den Interessenten aufzurollen waren (siehe Foto). Damit das Schilfbündel die Form bewahrt, wurde es stramm mit einem Bindedraht umwickelt. Die losen Drahtenden dienen zur Aufhängung, die an einem trockenen Platz erfolgen sollte. Das Basteln der Nisthilfen war als Angebot für die Kinder gedacht, weckte überraschend auch die Neugier vieler Erwachsener, die darüber erstaunt waren, mit welch einfachen Mitteln ein wirkungsvoller Beitrag für den Erhalt der Natur geleistet werden kann.

 

Imker Reinhold Witzel zeigte eine Foto-Beute und informierte über die Bienen und den dafür notwendigen Lebensraum. Mit Beute bezeichnen die Imker die Behälter, die dem Laien am ehesten als Bienenstock bekannt sind. In solch eine Beute werden mehrere Rahmen eingelassen, in die Bienen dann die Waben einbauen. Statt der Waben waren Fotos eingelegt, die aus der Distanz betrachtet, kaum von einem natürlichen Besatz zu unterscheiden waren (siehe Foto). Bei den Sommertemperaturen hätte Reinhold Witzel die Bienen nicht in einer Beute einsperren können, und wenn man sie fliegen lässt, müssen sie mehr als drei Kilometer vom alten Aufstellungsort entfernt sein, sonst kehren sie dorthin zurück.

 

Klaus Spieler, der in Personalunion auch für den BUND auftrat, warb für terra preta (schwarze Erde). Er produziert aus Holzabfällen, z.B. Schnittgut das bei der Obstbaumpflege anfällt, Holzkohle und mischt sie unter den Kompost. Dort lädt sie sich mit Nährstoffen auf. Der mit Holzkohle durchmischte Kompost hat hohe Düngewirkung und ist gut im Garten verwendbar.

 

Der NABU wertet die Teilnahme am Pfarrfest als Erfolg. Ausschlaggebend war die richtige Themenauswahl. Gerne hätten die Aktiven mit mehr Kindern im Grundschulalter Nisthilfen gebastelt oder Samenkugeln gerollt, aber das heiße Wetter und die Ferienzeit waren wohl dafür verantwortlich, dass der Zuspruch durch diese Altersklasse sehr übersichtlich war. 

Vogelstimmenwanderung 2018 (13.05.2018)

Unser Ornithologe im Verein, Klaus Nadler, durchstreift seit 60 Jahren die Gemarkung Ober-Mörlen. Er ist also nicht nur der Fachmann, der Vogelstimmen identifizieren und Vögel an ihrem Erscheinungsbild und Flug erkennen kann - er kann auch gut einschätzen, wie sich die heimischen Bestände entwickelt haben. Die Teilnehmer waren gespannt, ob ihnen die Meldungen aus den Medien über starke Rückgänge bei den Vogelpopulationen nun auch in der Realität begegnen würden. Nun ist es so, dass die stärksten Bestandseinbrüche im Bereich der ausgedehnten Ackerlandlfächen festzustellen sind. Unsere Rundtour führte aber durch die Usatalaue, den Ober-Mörler Wald, quer über den Bottenberg und schließlich wieder entlang der Usa zurück zum Sportplatz. Klaus Nadlers Resümee war nicht negativ, 35 Vogelarten wurden bei der Rundwanderung festgestellt. Insbesondere die Usatalaue mit den bachgeleitenden Bäumen bietet nach wie vor sehr vielen Vögeln einen Lebensraum.

 

Im Bereich des Usatals und des Ober-Mörler Walds hat er aber einen Vogel vermisst: die Heckenbraunelle, in den vergangenen Jahren ein häufig identifizierter Vogel. Und beim Gang über den Bottenberg bis zum Ziel war nur eine Schwalbe und kein einziger Greifvogel zu sehen - es fehlten auch die Feldlerche und Rebhühner! Auf Unverständnis stößt deshalb das Mulchen von Graswegen und Ackerrandstreifen in der Brut- und Setzzeit, wie wir es auch in diesem Jahr wieder in unserer Gemarkung beobachten konnten.

 

Überrascht waren die Wanderer von einem ausgetretenen Pfad, der von der Usa schnurstracks in ein Rapsfeld führt. Angelegt hat ihn der Biber, die Pflanzen scheinen ihm sehr zu munden! 

Ober Mörlen ist kein guter Platz für Riesenbärenklau und Staudenknöterich !! (28.04.2018)

Alljährlich Ende April steht bei der NABU-Gruppe Ober Mörlen die Bekämpfung von unerwünschten Neophyten auf dem Programm. Unter Neophyten versteht man eingewanderte Pflanzen, die durch ihren übermäßigen Wuchs die heimische Vegetation unterdrücken und großflächige Bestände bilden können. In unserer Gemarkung sind vor allem der Riesenbärenklau, der aus dem Kaukasus stammt, und der Japanische Staudenknöterich problematisch. Vom Riesenbärenklau geht zudem eine gesundheitliche Gefahr aus, da bei einer Berührung mit den Blättern dieser Pflanze phototoxische Stoffe wirksam werden, die schwere Verbrennungen auf der Haut hervorrufen.                                                                                           

 

Durch jahrelange konsequente Bekämpfung konnten wir die Bestände des Riesenbärenklaus in Ober Mörlen deutlich reduzieren. So zeigten sich am letzten Wochenende nur einzelne Pflanzen an den bekannten Stellen und konnten beseitigt werden. Allein das Vorkommen an der Main-Weser-Bahn mit ca. 140 Austrieben erforderte einen größeren Einsatz. Doch auch hier scheint sich der Bestand allmählich zu verringern. Als weitaus langwieriger und schwieriger gestaltet sich dagegen die Eindämmung des Japanischen Staudenknöterichs. Diese Pflanze bildet ein sehr verzweigtes System aus unterirdischen Sprossen, das zur Nährstoffeinlagerung vor dem Winter dient und dann zur schnellen Ausbreitung im Frühjahr sorgt. Innerhalb kurzer Zeit können sich Bestände von über 4 m Höhe bilden. Durch zeitiges Abstechen der Pflanzen mit einem Spaten und wiederholter Beseitigung der Neuaustriebe im Verlauf des Sommers hoffen wir, die Pflanzen langfristig auszuhungern. Bei mehreren kleineren Beständen an verschiedenen Stellen der Ober-Mörler Gemarkung gehen wir davon aus, dass diese Strategie langfristig Erfolg haben wird. Insgesamt wurden vom NABU Ober-Mörlen bei der ersten Bekämpfungsmaßnahme in diesem Frühjahr 10 Arbeitsstunden aufgewendet. Viele kleinere Einsätze werden über den Sommer folgen. 

 

Wer sich von der Wuchskraft dieser invasiven Art ein eigenes Bild machen möchte, sollte eine Wanderung zum sogenannten Schiefertälchen unternehmen (Zufahrt von der B 275 zum ehemaligen Munitionsdepot der US-Armee). Dort hat sich der Japanische Staudenknöterich über 100 m entlang der Straße und weit in den Wald hinein großflächig ausgebildet. Dieser Bestand überfordert allerdings die Kapazitäten der NABU-Gruppe. Seit 2016 erhalten wir hier Unterstützung von der zuständigen Bundesforstbehörde, die den Bestand professionell durch Forstarbeiter abmähen lässt, so dass zumindest eine weitere Ausbreitung verhindert wird. Trotz der sich abzeichnenden allmählichen Erfolge wird sich die NABU-Gruppe auch in Zukunft mit der Kontrolle und Bekämpfung der problematischen Neophyten beschäftigen müssen. Im nachfolgend herunterladbaren Naturschutzbericht 2016/2017 des Wetteraukreises berichtet der NABU Ober-Mörlen über seine langjährigen Aktivitäten und Erfahrungen in diesem Bereich. 

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Naturschutzbericht_2016_2017_Neophyt.pdf
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