Willkommen beim NABU Ober-Mörlen


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Berichte und Bilder

 

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Wir haben beim Pfarrfest mitgemacht (30.06.2018)

Für Sommerfeste gibt es in Ober-Mörlen keine bessere Lokation als den idyllischen Pfarrgarten am Kirchplatz, dort waren wir beim Pfarrfest am 30.06. mit einem eigenen Stand vertreten. Mit der Katholischen Kirchengemeinde kooperieren wir seit vielen Jahren, neben der hier besprochenen Teilnahme am Pfarrfest unterstützt der NABU bei der Pflege des Baumbestands in den Pfarrgärten (Neuanpflanzungen, fachgerechter Schnitt), und – ausgelöst durch eine Taubenplage – bauten wir für Turmfalken und Schleiereulen im Kirchturm Nistkästen ein und betreuten sie über mehrere Jahre. Leider blieb es bisher bei einem Brutversuch des Turmfalken.

 

Früher feierte die Katholische Kirchengemeinde das Pfarrfest im Herbst, da war unser Angebot klar: Wir informierten über Streuobst, Kürbiswaffeln wurden gebacken, und mit der transportablen Kelteranlage pressten wir vor Ort mit Hilfe der begeisterten Kinder Apfelmost. Den konnten dann alle Gäste gegen geringes Entgelt genießen – dieses Angebot war seinerzeit ein Renner.

 

In diesem Jahr drehte sich an unserem Stand alles um "Blühende Gärten für Wildbienen, Schmetterlinge & Co". Dieses Thema ist wegen des festgestellten Rückgangs der Insektenbestände hochaktuell. Zusätzlich zeigten wir auf Schautafeln Informationen über die seitherige Arbeit unseres Vereins, der in diesem Jahr auf ein 40-jähriges Bestehen als Naturschutzgruppe Ober-Mörlen und seit 2013 als Ortsgruppe im NABU zurückblicken kann.

 

Zum Thema "Blühende Gärten" formten unsere Jugendlichen Marvin Kössler und Thorben Steuerwald mit den Standbesuchern, vorzugsweise Kindern, tischtennisballgroße Kugeln aus Lehm, Erde und Blumensamen (siehe Foto). Mindestens zur Hälfte mit Erde bedeckt eingepflanzt, wachsen aus diesen Kugeln Ringelblumen, Kornblumen, Mohn, Malve, Sonnenblumen und weitere Pollen- und Nektarspender.

 

Von den blühenden Pflanzen profitieren dann zum Beispiel die solitär lebenden Wildbienen – und auch die benötigen eine Möglichkeit, ihre Brut abzulegen. Dafür konnten die Besucher an unserem Stand Nisthilfen basteln. Aus einer Schilfrohrmatte hatte der NABU schon Streifen in der Größe 25x80 cm abgetrennt, die von den Interessenten aufzurollen waren (siehe Foto). Damit das Schilfbündel die Form bewahrt, wurde es stramm mit einem Bindedraht umwickelt. Die losen Drahtenden dienen zur Aufhängung, die an einem trockenen Platz erfolgen sollte. Das Basteln der Nisthilfen war als Angebot für die Kinder gedacht, weckte überraschend auch die Neugier vieler Erwachsener, die darüber erstaunt waren, mit welch einfachen Mitteln ein wirkungsvoller Beitrag für den Erhalt der Natur geleistet werden kann.

 

Imker Reinhold Witzel zeigte eine Foto-Beute und informierte über die Bienen und den dafür notwendigen Lebensraum. Mit Beute bezeichnen die Imker die Behälter, die dem Laien am ehesten als Bienenstock bekannt sind. In solch eine Beute werden mehrere Rahmen eingelassen, in die Bienen dann die Waben einbauen. Statt der Waben waren Fotos eingelegt, die aus der Distanz betrachtet, kaum von einem natürlichen Besatz zu unterscheiden waren (siehe Foto). Bei den Sommertemperaturen hätte Reinhold Witzel die Bienen nicht in einer Beute einsperren können, und wenn man sie fliegen lässt, müssen sie mehr als drei Kilometer vom alten Aufstellungsort entfernt sein, sonst kehren sie dorthin zurück.

 

Klaus Spieler, der in Personalunion auch für den BUND auftrat, warb für terra preta (schwarze Erde). Er produziert aus Holzabfällen, z.B. Schnittgut das bei der Obstbaumpflege anfällt, Holzkohle und mischt sie unter den Kompost. Dort lädt sie sich mit Nährstoffen auf. Der mit Holzkohle durchmischte Kompost hat hohe Düngewirkung und ist gut im Garten verwendbar.

 

Der NABU wertet die Teilnahme am Pfarrfest als Erfolg. Ausschlaggebend war die richtige Themenauswahl. Gerne hätten die Aktiven mit mehr Kindern im Grundschulalter Nisthilfen gebastelt oder Samenkugeln gerollt, aber das heiße Wetter und die Ferienzeit waren wohl dafür verantwortlich, dass der Zuspruch durch diese Altersklasse sehr übersichtlich war. 

Vogelstimmenwanderung 2018 (13.05.2018)

Unser Ornithologe im Verein, Klaus Nadler, durchstreift seit 60 Jahren die Gemarkung Ober-Mörlen. Er ist also nicht nur der Fachmann, der Vogelstimmen identifizieren und Vögel an ihrem Erscheinungsbild und Flug erkennen kann - er kann auch gut einschätzen, wie sich die heimischen Bestände entwickelt haben. Die Teilnehmer waren gespannt, ob ihnen die Meldungen aus den Medien über starke Rückgänge bei den Vogelpopulationen nun auch in der Realität begegnen würden. Nun ist es so, dass die stärksten Bestandseinbrüche im Bereich der ausgedehnten Ackerlandlfächen festzustellen sind. Unsere Rundtour führte aber durch die Usatalaue, den Ober-Mörler Wald, quer über den Bottenberg und schließlich wieder entlang der Usa zurück zum Sportplatz. Klaus Nadlers Resümee war nicht negativ, 35 Vogelarten wurden bei der Rundwanderung festgestellt. Insbesondere die Usatalaue mit den bachgeleitenden Bäumen bietet nach wie vor sehr vielen Vögeln einen Lebensraum.

 

Im Bereich des Usatals und des Ober-Mörler Walds hat er aber einen Vogel vermisst: die Heckenbraunelle, in den vergangenen Jahren ein häufig identifizierter Vogel. Und beim Gang über den Bottenberg bis zum Ziel war nur eine Schwalbe und kein einziger Greifvogel zu sehen - es fehlten auch die Feldlerche und Rebhühner! Auf Unverständnis stößt deshalb das Mulchen von Graswegen und Ackerrandstreifen in der Brut- und Setzzeit, wie wir es auch in diesem Jahr wieder in unserer Gemarkung beobachten konnten.

 

Überrascht waren die Wanderer von einem ausgetretenen Pfad, der von der Usa schnurstracks in ein Rapsfeld führt. Angelegt hat ihn der Biber, die Pflanzen scheinen ihm sehr zu munden! 

Ober Mörlen ist kein guter Platz für Riesenbärenklau und Staudenknöterich !! (28.04.2018)

Alljährlich Ende April steht bei der NABU-Gruppe Ober Mörlen die Bekämpfung von unerwünschten Neophyten auf dem Programm. Unter Neophyten versteht man eingewanderte Pflanzen, die durch ihren übermäßigen Wuchs die heimische Vegetation unterdrücken und großflächige Bestände bilden können. In unserer Gemarkung sind vor allem der Riesenbärenklau, der aus dem Kaukasus stammt, und der Japanische Staudenknöterich problematisch. Vom Riesenbärenklau geht zudem eine gesundheitliche Gefahr aus, da bei einer Berührung mit den Blättern dieser Pflanze phototoxische Stoffe wirksam werden, die schwere Verbrennungen auf der Haut hervorrufen.                                                                                           

 

Durch jahrelange konsequente Bekämpfung konnten wir die Bestände des Riesenbärenklaus in Ober Mörlen deutlich reduzieren. So zeigten sich am letzten Wochenende nur einzelne Pflanzen an den bekannten Stellen und konnten beseitigt werden. Allein das Vorkommen an der Main-Weser-Bahn mit ca. 140 Austrieben erforderte einen größeren Einsatz. Doch auch hier scheint sich der Bestand allmählich zu verringern. Als weitaus langwieriger und schwieriger gestaltet sich dagegen die Eindämmung des Japanischen Staudenknöterichs. Diese Pflanze bildet ein sehr verzweigtes System aus unterirdischen Sprossen, das zur Nährstoffeinlagerung vor dem Winter dient und dann zur schnellen Ausbreitung im Frühjahr sorgt. Innerhalb kurzer Zeit können sich Bestände von über 4 m Höhe bilden. Durch zeitiges Abstechen der Pflanzen mit einem Spaten und wiederholter Beseitigung der Neuaustriebe im Verlauf des Sommers hoffen wir, die Pflanzen langfristig auszuhungern. Bei mehreren kleineren Beständen an verschiedenen Stellen der Ober-Mörler Gemarkung gehen wir davon aus, dass diese Strategie langfristig Erfolg haben wird. Insgesamt wurden vom NABU Ober-Mörlen bei der ersten Bekämpfungsmaßnahme in diesem Frühjahr 10 Arbeitsstunden aufgewendet. Viele kleinere Einsätze werden über den Sommer folgen. 

 

Wer sich von der Wuchskraft dieser invasiven Art ein eigenes Bild machen möchte, sollte eine Wanderung zum sogenannten Schiefertälchen unternehmen (Zufahrt von der B 275 zum ehemaligen Munitionsdepot der US-Armee). Dort hat sich der Japanische Staudenknöterich über 100 m entlang der Straße und weit in den Wald hinein großflächig ausgebildet. Dieser Bestand überfordert allerdings die Kapazitäten der NABU-Gruppe. Seit 2016 erhalten wir hier Unterstützung von der zuständigen Bundesforstbehörde, die den Bestand professionell durch Forstarbeiter abmähen lässt, so dass zumindest eine weitere Ausbreitung verhindert wird. Trotz der sich abzeichnenden allmählichen Erfolge wird sich die NABU-Gruppe auch in Zukunft mit der Kontrolle und Bekämpfung der problematischen Neophyten beschäftigen müssen. Im nachfolgend herunterladbaren Naturschutzbericht 2016/2017 des Wetteraukreises berichtet der NABU Ober-Mörlen über seine langjährigen Aktivitäten und Erfahrungen in diesem Bereich. 

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Naturschutzbericht_2016_2017_Neophyt.pdf
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Streuobstseminar (24.02.2018)

Der Begriff Streuobstseminar wird gelegentlich als zu bedeutungsvoll empfunden, aber die 24 Teilnehmer an dieser Veranstaltung sahen das nach Abschluss des Tages sicherlich anders. Der Referent, Diplom-Agraringenieur Michael Lehmann, bot am Morgen zweieinhalb Stunden Theorie. Er ging auf das richtige Pflanzen eines Hochstammsetzlings ein und erläuterte die Wuchs- und Schnittregeln, die für den Erhalt der Bäume wichtig sind. Alle Phasen im Leben eines Obstbaums wurden besprochen, ebenso die Unterschiede zwischen den Obstarten und die Bedeutung des Schnittzeitpunkts. Die Teilnehmer konnten mitschreiben und Fragen stellen. In einem Vortragsraum klappt so etwas besser als auf der freien Wiese. Vereinsmitglied Klaus Spieler griff ein aktuelles Problem auf: die Mistel. Früher eine Seltenheit, schädigt sie nun die Obstbäume, aber auch andere Laubbäume, in bedrohlichem Ausmaß. K. Spieler beschrieb, wie sich die Mistel verbreitet und wie sie zu bekämpfen ist. Wachsen die Misteln im äußeren Kronenbereich, werden sie samt Ast mit einem Rückschnitt bis zur nächstgelegenen Gabelung entfernt. Bei tragenden Leitästen ist dies nicht möglich. Hier kann man die Misteln nur immer wieder abschneiden, um die Beerenbildung zu verhindern.

 

Nach der Mittagspause folgten zweieinhalb Stunden praktische Übungen auf der NABU-eigenen Streuobstwiese am Bottenberg. Neben Michael Lehmann leiteten die Experten des NABU Ober-Mörlen die Kleingruppen an. Der Schwerpunkt lag auf dem Schnitt alter Apfel- und Zwetschenbäume, die seit Jahren nicht mehr gepflegt worden waren. Unsere Absicht, den Pflanzschnitt an den vielen neu gesetzten Bäumen zu üben, konnten wir wegen der herrschenden Kälte und der damit verbundenen Gefahr von Frostschäden an den Schnittstellen nicht realisieren. Das Streuobstseminar 2019 wird vom Nachbarverein NABU Bad Nauheim im Ortsteil Nieder-Mörlen veranstaltet werden. Interessenten können zu gegebener Zeit unter www.nabu-bad-nauheim.de nähere Informationen finden.

Der Verbuschung der Lehmkaute entgegengewirkt (24.01.2018)

Bei unserem Pflegeeinsatz auf der „Lehmkaute“ ging es darum, Gehölzaufwuchs zu entfernen. Die frühere Lehmgrube wurde in der Nachkriegszeit als Deponie genutzt und in den 1980er-Jahren mit Erde abgedeckt und teilweise bepflanzt. Die Mischung aus Offenflächen, einzelnen Sträuchern und dichteren Gehölzbeständen stellt ein großartiges Refugium für Schmetterlinge, Wildbienen, Blütenpflanzen, Rehe und vieles mehr dar. Zahlreiche Vogelarten wie Goldammer, Nachtigall und Rebhuhn konnten die Naturschützer feststellen. Nun wächst das Biotop aber immer schneller zu und verliert dadurch an Wert. Damit die Artenvielfalt erhalten bleibt, müssen die Freiflächen offengehalten und Gehölze auf Stock gesetzt werden. So machten sich sechs Aktive mit Freischneidern, Motorsägen und Astscheren ans Werk (siehe Foto) und stellten einen circa 700 qm großen verbuschten Bereich frei. Angesichts der Gesamtgröße der drei Hektar großen gemeindeeigenen Fläche sind in den nächsten Jahren aber umfangreichere und wiederkehrende Arbeiten nötig. Daher wünscht sich der NABU von der Gemeinde Ober-Mörlen, dass diese angesichts der Bedeutung dieses Biotops entsprechende Maßnahmen in die Wege leitet.

Pflege des Heidekrauts (13.01.2018)

Schutzgebietsbetreuer Maximilian Burk hatte vergangenen Samstag zum Arbeitseinsatz in das Naturschutzgebiet Magertriften eingeladen. Auf der alten Weinstraße, Höhe gelber Berg, gibt es ein Areal, auf dem Heidekraut wächst. Um das Überwuchern des Heidekrauts durch andere Pflanzen zu vermeiden, sind zwei Maßnahmen erforderlich: Erstens Schafbeweidung und zweitens die manuelle Beseitigung von Pflanzen, die von den Schafen verschmäht wurden. Im wesentlichen waren das Ginster, wilde Rosen, Brombeere, Weißdorn und Schwarzdorn. Elf Männer und eine Frau (vom NABU und den Landschaftspflegefirmen Antony, Burk und Weißelberg) machten sich mit Spitzhacke und Spaten daran, das Heidekraut nach diesen Wuchskonkurrenten zu durchsuchen und sie zu entfernen. Am einfachsten geht das durch Abhacken über der Erde. Das ist aber nicht angeraten, weil die gekappten Pflanzen in kurzer Zeit nachwachsen. Nachhaltig ist die Arbeit nur dann, wenn die Wurzel gezogen wird, was im Einzelfall recht anstrengend sein kann. Nach etwas über zwei Stunden war die Arbeit getan. Um Abfuhrschäden zu vermeiden, wird das Schnittgut erst beseitigt, wenn der Boden trocken ist.

Ehrenamtspreis der Gemeinde Ober-Mörlen für die NAJU Ober-Mörlen (12.01.2018)

Freitag, der 12.01., war ein erfreulicher Tag für den NABU Ober-Mörlen und die Natur-schutzjugend NAJU. Anläßlich des Neujahrsempfangs überreichte Bürger-meister Wetzstein den Jugendbetreuern Kevin Knapp, Nils Franke und in Abwesen-heit Steffen König den Ehrenamtspreis. Zuvor hatte der Vorsitzende der Gemeinde-vertretung, Gottlieb Burk, die Wichtigkeit des ehrenamtlichen Engagements betont und die Aktivitäten der Jugendgruppe aufgezählt. Jugendarbeit war von Anfang an ein wichtiges Thema für den Verein, auch die drei Preisträger haben als Kinder an den Gruppenstunden teilgenommen und sind im Laufe der Jahre u. a. mit Unter-stützung durch Gudrun Radermacher, die im Vorstand für die Jugendarbeit zuständig ist, in ihre Aufgaben "hineingewachsen". Der Vorstand dankt den Gemeindegremien für die Auszeichnung, die den Preisträgern Anerkennung für die geleistete Arbeit und Motivation für die Zukunft bedeutet. Mehr Informationen zur Verleihung des Ehrenamtspreises enthält beigefügter Artikel aus der Wetterauer Zeitung, die der Veröffentlichung auf unserer website zugestimmt hat. 

Wanderung zwischen den Jahren (29.12.2017)

Wer eine Wanderung rund um Dorheim plant, kommt rasch in Erklärungsnöte. Wer allerdings schon eine gemacht hat, wie die Ausflügler des NABU Ober-Mörlen, kann mit Überzeugung von einer abwechslungsreichen Landschaft berichten. Es gibt dort neben den wetterautypi­schen großen Ackerflächen auch die Bachaue der Wetter sowie große Streuobstareale, die sich an den nordwestlich und südöstlich gelegenen Höhenzügen erstrecken. Matthias Möbs hatte die Planung und auch die Wanderführung übernommen und ging mit den 17 Teilneh­mern vom Bahnhof Dorheim über die Alte Bergwerkstraße Richtung Osten. Der Straßenname gibt einen Hinweis auf die bergbauliche Vergangenheit des Dorfes. Dort wurde, wie in etli­chen Wetteraugemeinden von Ossenheim bis Wölfersheim, im 19. Jahrhundert Braunkohle unter Tage gefördert; später ist mit entsprechendem Maschineneinsatz Tagebau betrieben worden, jedoch nicht in Dorheim.

 

Zwischen Dorheim und Bauernheim befindet sich das Streuobstgebiet „Roter Berg“, das auch als Naherholungsgebiet dient und beim Durchwandern von den fachkundigen Teilnehmern in seinem Zustand als repräsentativ eingeschätzt wurde: Sehr viele alte abgängige Bäume, aber auch Neuanpflanzungen, die allerdings die Verluste nicht wettmachen können. Unterhalb der Streuobstwiesen im Tal der Wetter breitet sich das Naturschutzgebiet "Am Hechtgraben bei Dorheim" aus. Robert Scheibel gab die naturkundlichen Informationen: Einst schlängelte sich der Hechtgraben in Kurven durch ein breites, natürliches Bachbett, Anfang des 20. Jahrhun­derts wurde der Hechtgraben in ein gerades Bachbett gezwungen. Die Wiesen verloren einen Teil ihrer Feuchtigkeit. Nach der Renaturierung wachsen auf den Wiesen nun wieder die sel­tene Prachtnelke, die Trollblume und der Teufelsabbiss. Das Gebiet umfasst auch ein Schilfröhrichtareal, Lebensraum für Teichrohrsänger und Rohrammer. Die Wanderer näherten sich nun entlang der Wetter wieder der Gemeinde, machten jedoch vor dem Mittagessen Sta­tion an der Dorheimer Kirche, deren wechselvolle Geschichte Matthias Möbs vorstellte. Da­nach ging es weiter zum Dorheimer Schloss, das durch seine herrschaftliche Anmutung und Einbettung in einen großen Park beeindruckte.

 

Der nachmittägliche Verdauungsspaziergang führte vom Restaurant Thüringer Haus entlang der Wetter zum Sauerbrunnen, dem geeigneten Ort für das unentbehrliche Gruppenfoto. Nach Überqueren der Verbindungsstraße Dorheim - Schwalheim mündete der Weg in das Streu­obstgebiet "Am Wingert", auf dem unser Partnerverein NABU Friedberg einen Streuobst-Erlebnispfad eingerichtet hat. Auffällig sind dort Nachpflanzungen im großen Stil, die als Ausgleichmaßnahmen zum Bau der Umgehung Dorheim (B455) entstanden sind. Das Gebiet "Am Wingert" war auch Standort der letzten Exemplare des Apfelbaums Dorheimer Streif­ling. Rechtzeitig konnten von den verbliebenen Bäumen soviel Reiser geschnitten werden, dass neuerdings Jungbäume dieser Sorte über Baumschulen angeboten werden. Am Vormittag profitierten die Wanderer noch vom nächtlichen Frost, der die Pfade trittfest gemacht hatte. Nun auf dem Rückweg zum Parkplatz bereiteten die aufgeweichten Untergründe Mühe, aber Ausrutscher hat es nicht gegeben. Die vormittägliche Tour hatte eine Länge von 6,1 Kilometern, am Nachmittag waren es nochmal 4,9 Kilometer. 

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Streuobstwiese jetzt komplett (18.11.2017)

Seit 30 Jahren bietet der NABU Ober-Mörlen über die Aktion Streuobstwiesen hochstämmige Obstbaumsetzlinge zu sehr günstigen Preisen an, wenn die Pflanzung in der Gemarkung außerhalb der bebauten Zone auf einem nicht eingezäunten Grundstück erfolgt. In diesem Jahr konnten wieder über 90 Bäume an die Besteller ausgeliefert werden.

 

Zum zweiten Mal nutzten wir die eigene Bestellaktion in größerem Umfang und orderten 12 Bäume für die Wiederherstellung unserer Streuobstwiese am Bottenberg. Dieses Grundstück hatten wir im letzten Jahr gekauft, um den Bottenberg durch Neuanpflanzungen als Streuobstareal aufzuwerten. Zwar haben dort einige Grundstücksbesitzer in jüngster Zeit Obstbäume gepflanzt, aber insgesamt ist der Bestand sehr lückenhaft, oft ungepflegt und überaltert. Die erste Baumreihe auf dem Neuerwerb wurde bereits im letzten Jahr angelegt.

 

Am Samstag, 18.11., hatten wir zur Pflanzaktion für die zweite Baumreihe eingeladen, 9 Aktive machten sich an die Arbeit. Tage zuvor waren die Pflanzlöcher von einem Bagger ausgehoben worden. Mit der Maschine sah dieser Arbeitsschritt sehr leicht aus, der Baggerlöffel grub sich mühelos drei bis viermal in das Erdreich, schüttete den Aushub neben das Loch - und fertig war die Pflanzstelle. Der umgekehrte Weg, das schlammige Erdreich mit Schaufel und Spaten wieder in das Loch zu bekommen, erwies sich als eine wahre Plackerei. Doch zunächst mussten in jedes Loch zwei Pfähle eingeschlagen werden, dazwischen wird der Setzling positioniert. Diese aufwändige Sicherung wurde gewählt, um den Baum besser vor Beschädigungen durch Kreiselmäher oder Mähbalken zu schützen. Wichtig war das begleitende Einschlämmen des Wurzelwerks beim Verfüllen des Pflanzlochs, dafür standen pro Setzling 30 L Wasser in Kanistern bereit. Das Anbinden des Setzlings zwischen den Pfählen mittels eines Kokosstricks war Expertenarbeit, Mirko Franz von der Bad Nauheimer Ortsgruppe und Christian Nadler zeigten dabei ihr besonderes Geschick. Nächster Arbeitsschritt war das Anbringen der Drahthosen, die als Verbissschutz unbedingt notwendig sind. Üblicherweise erfolgt dann der sogenannte Pflanzschnitt, mit dem die Krone in die erste Wuchssaison startet. Den haben die Aktiven aber nicht gemacht, das wird den Teilnehmern des Streuobstseminars am 24.02.2018 überlassen, die dort den praktischen Teil unter fachkundiger Anleitung absolvieren werden. (Näheres zu dieser Veranstaltung erfahren Sie zu gegebener Zeit auf dieser Website).

 

Nach vierstündigem Einsatz endete die Pflanzaktion auf dem Bottenberg mit einem Stehimbiss für die Obstbaumpflanzer. Gereicht wurde Kürbissuppe mit kräftigender Wursteinlage und anschließend gab es Apfelkuchen und Kaffee.

 

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