Nicht mehr aktuell, aber noch interessant

Unsere Wanderung zwischen den Jahren (28.12.2015)

Vor einem Jahr hatte unsere traditionelle Veranstaltung den Charakter einer Schneesturmwanderung im Hochtaunus, diesmal waren die Temperaturen am Kloster Arnsburg deutlich im Plusbereich, allerdings herrschte auf der vormittäglichen Teilstrecke nebeliges Wetter, das die Landschaft nicht zur Geltung kommen ließ. Aber es war trotzdem interessant, weil Wanderführer Matthias Möbs bestens Bescheid wußte und der kulturhistorische Wanderweg Muschenheim von vielen Informationstafeln gesäumt wird. Erste Station nach dem Überqueren der Trasse der stillgelegten Butzbach-Licher-Eisenbahn war das Kastell Arnsburg-Alteburg, von dem aus die Römer das Gießener Becken und den Vogelsberg kontrollierten. Über Feldwirtschaftswege ging es weiter zur ältesten Sehenswürdigkeit, dem jungsteinzeitlichen Megalithgrab Heiliger Stein. Nach umfangreichen archäologischen Forschungen ist diese Grabstätte Ende der 1990er Jahre wieder hergestellt worden. Häufig diskutierte Frage war: Wie haben die Menschen vor 5000 Jahren die bis zu 8 Tonnen schweren Steine hierher bewegt?

 

Am Waldrand entlang und über die Feldflur erreichten wir die Hügelgräber im Muschenheimer Wald und wanderten dann, nach Überqueren der Landstraße Muschenheim/Bettenhausen, auf die Anhöhe mit dem neuzeitlichen Limesturm aus Metall. In seinen äußeren Abmessungen entspricht er dem römischen Bauwerk aus Stein und Holz, das dort vor 2000 Jahren stand.  Lust auf eine Besteigung hatten die Wanderer nicht - Nebel hüllte alles ein. Von der Anhöhe war es nur noch ein Sprung in die Pizzeria in Birklar, die schon für uns eindeckt hatte. Essen und Trinken waren gut; es entwickelten sich lebhafte Tischgespräche.

 

Gestärkt brach die Gruppe zur Nachmittagsetappe auf, der Nebel war verschwunden, so dass die auf dem Weg ins nahe Muschenheim durchwanderten Streuobstwiesen dem kritischen Blick der Pomologen standhalten mussten. In Muschenheim und danach im Kloster Arnsburg gab Matthias Möbs Detailinformationen zu den Sakralbauten. Mit den Erklärungen zur Burgwüstung Arnsburg schloss er seine Aufgabe als geschichts- und geländekundiger Führer ab. Nach 13 Km Rundstrecke waren die 19 Ausflügler wieder am Startpunkt angelangt. Es gab positives Echo, der Wunsch war zu hören, die erste "vernebelte" Teilstrecke individuell nochmal bei klarem Wetter zu wiederholen. Eine ausführliche Beschreibung des Kulturhistorischen Wanderwegs Muschenheim ist zu finden unter www.natur-muschenheim.de  Für Wanderungen mit einem Outdoor-Navi oder Smartphone haben wir unsere oben beschriebene Rundstrecke aufgezeichnet und stellen sie als gpx-Datei nachfolgend zum Herunterladen gerne zur Verfügung.  

 

Download
Zur Verwendung im Outdoor-Navi oder Smartphone (wenn entsprechende APP geladen ist)
NABU_OM_KHW_Muschenheim_1.gpx
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Wo sind die Feldhamster geblieben? (20.09.2015)

Wie sich die Zeiten ändern: Noch in den 1960er Jahren trafen sich die Buben, um mit Karst und Spaten Jagd auf den Hamster zu machen -  pro erlegtem Exemplar gab es dann eine Pfennigprämie von der Gemeindeverwaltung. Heute ist es für den NABU Ober-Mörlen sinnvoll, zu einer Veranstaltung über das gefährdetste Säugetier Europas einzuladen. Am Sonntag, 20.09., leitete Matthias Gall aus Butzbach, der vom Land Hessen mit der Umsetzung des Schutzprogramms für den Hamster beauftragt ist, eine Wanderung mit fast 30 Teilnehmern - darunter viele Kinder der NABU-Jugend.  

 

Auf einer mitgeführten Karte zeigte er das aktuelle Verbreitungsgebiet des Nagers, das im Wesentlichen die Wetterau von Langgöns bis in den Main-Kinzig-Kreis und zwei inselhafte Vorkommen in Süd- und Westhessen umfasst. Aber auch hier in der Wetterau ist es nahezu aussichtslos, außerhalb der geschützten Flächen nach den Hamsterburgen zu suchen. Deshalb steuerte Matthias Gall gezielt den Acker von Thomas und Stefan Feuerstein an, der zwischen Ober-Mörlen und Butzbach-Ostheim liegt und in das Schutzprogramm aufgenommen ist. Auf dem Weg dorthin versorgte Gall die Wanderer mit ersten Informationen über den Hamster, dabei band er mit pädagogischem Geschick die Kinder ein, die nicht nur Fragen stellten, sondern auch von Gall befragt wurden. 

 

Die Hamster werden maximal 30 cm groß, 500 Gramm schwer. Die meisten der possierlichen Untergrundbewohner erreichen nicht den ersten Winter. Kaum einer wird im Freiland älter als ein oder ausnahmsweise zwei Jahre. Die Tiere können als Allesfresser bezeichnet werden. Auf ihrem Speiseplan stehen Getreide, Knollen, Klee und Zuckerrüben. Daneben fressen sie aber auch tierische Nahrung wie zum Beispiel Regenwürmer, Engerlinge und Käfer. Hamster legen eine Vorratskammer an, die zu Beginn des Winterhalbjahrs mit ungefähr 2 Kg Körnernahrung gefüllt sein muss, sonst überleben sie nicht. In Einzelfällen kann das Depot auch bis zu 20 Kg beinhalten. Der dramatische Bestandrückgang ist laut Gall vor allem auf die großen Anbauflächen und die geringe Vielfalt der Feldfrüchte zurückzuführen. Hinzu kommen der frühe Erntezeitpunkt für Getreide und der sofortige Umbruch  des Bodens, der dann weder Nahrung noch Schutz vor Feinden bietet. 

 

Am Rande des Ackers, der unter das Schutzprogramm fällt, erklärte Gall, wie das Überleben des Hamster ermöglicht wird. Es ist dort ein Getreidestreifen mit 8 Metern Breite auf Ackerlänge bei der Ernte stehengeblieben, der nicht vor dem 1. Oktober geerntet oder umgebrochen werden darf. Der späte Zeitpunkt stellt sicher, dass die Hamster die Vorratskammer füllen können, zumal ein Teil der Körner wegen Überreife aus den Ähren fällt. Die Landwirte Feuerstein wiesen darauf hin, dass die noch einzubringende Ernte nur als Tierfutter verwendbar ist. Der Mähdrescher stehe in Bereitschaft und sei noch nicht für die nächste Saison eingemottet worden. Ihnen ist die Teilnahme am Programm wichtig, weil sie damit die Unterstützung der Landwirte für den Hamster demonstrieren wollen. Gall durchstreifte das Getreidefeld auf der Suche nach den Hamsterbauten und gab den Teilnehmern dann Gelegenheit, sich die Eingänge zu den Bauten selbst anzuschauen. Neben zwei oder drei flach verlaufenden Eingängen zum 1 Meter bis 1,40 Meter tief liegenden Bau, legt der Hamster vielfach auch eine Fallröhre an, die ihm bei Feindgefahr die Flucht erleichtert. Der Fuchs gräbt jeder Maus nach, beim Hamster unterlässt er das, weil die Fallröhre mindestens 30 cm senkrecht in die Erde führt und die Tiere somit gewissermaßen vom Erdboden verschluckt sind. Gall übergab den Kindern einen Zollstock, und ihre Aufgabe war es festzustellen, ob es sich um einen normalen Baueingang oder um eine Fallröhre handelt. Auf dem Acker zählte Gall nahezu 15 Bauten, die sich unterirdisch mit einem Durchmesser bis zu 8 Metern ausbreiten. Er machte abschließend nochmals darauf aufmerksam, dass das Überleben des Hamsters von der Bereitschaft der Landwirte abhängig ist, solche Schutzmaßnahmen mitzutragen.

Nächtliches Geflatter im Naturschutzgebiet Magertriften (29.08.2015)

An einem der letzten warmen Sommerabende lockte die Fledermaus- und Nachtfalterwanderung des NABU Ober-Mörlen fast 50 Erwachsene und Kinder ins Naturschutzgebiet Magertriften. Robert Scheibel informierte zunächst über die Lebensgewohnheiten der Fledermäuse, die weltweit mit fast 1000 Arten die zweitgrößte Säugetiergruppe bilden (Flughunde mitgezählt). Davon kommen etwa 24 Arten in Deutschland vor, die zum Teil stark bedroht sind. Während die einheimischen Flattertiere ausschließlich Insekten fressen, gibt es in tropischen Gegenden auch Arten, die sich von Früchten, Nektar oder sogar Fischen ernähren.

 

Schon kurz nach dem Start wurden die ersten Zwergfledermäuse entlang der Weinstraße gesichtet und mit dem „Bat-Detektor“ hörbar gemacht. Dass sich Fledermäuse am Echo von Ultraschallrufen orientieren, wurde erst in den 1920er Jahren entdeckt. Zum Teil lassen sich die Arten an der Frequenz, dem Klang und dem Rhythmus der Peillaute unterscheiden. Scheibel machte darauf aufmerksam, dass das Knattern schneller wird, sobald die Fledermaus ein Beuteinsekt geortet hat. Auf halber Strecke ertönte dann das laute „Plip-plop“ des Großen Abendseglers aus dem Lautsprecher. Seine Silhouette war aber nicht auszumachen, obwohl der Abendhimmel noch wunderbar von den untergegangenen Sonne erhellt war. Im Gänsemarsch und mit eingeschalteten Taschenlampen ging es dann zum Fauerbachteich. Hier herrschte reger Flugbetrieb und die Fledermäuse sausten den Beobachtern direkt über die Köpfe.

 

In direkter Nähe zum Teich hatten der Insektenkundler Dr. Ralf Klinger und Schutzgebietsbetreuer Maximilian Burk eine starke, netzüberspannte Lichtquelle aufgebaut, um nachtaktive Falter aus bis zu 100 m Entfernung anzulocken. Die Tiere lassen sich auf dem Netz nieder und werden fotografisch erfasst. Die Kartierung an verschiedenen Stellen im Naturschutzgebiet läuft bereits seit 5 Jahren, und es wurde bis dato die beachtliche Zahl von fast 400 Arten festgestellt, darunter etwa 60 Rote-Liste-Arten. Klinger plauderte aus den gewonnenen Erfahrungen: ein idealer Kartierungsabend ist warm, schwül, windstill und bedeckt; ungünstig dagegen sind niedrige Temperaturen, Wind und Vollmond. Dieser Abend war von den Voraussetzungen gemischt und der Anflug eher schwach, vielleicht auch wegen des fehlenden Blütenangebots aufgrund der Trockenheit. Dafür war eine Hornisse Dauergast, um einige späte „Happen“ zu erbeuten. Nachfolgend sind einige schöne Aufnahmen von bisher festgestellten Nachtfaltern zu sehen (Fotos: Dr. R. Klinger und M. Burk).

Der neue Vorstand (19.08.2015)

Foto v.l.n.r. Gerhard Höpfner (Kassenwart), Hans-Josef Rauch (Schriftführer), Gudrun Radermacher (Jugendbetreuerin), Matthias Möbs, Klaus Nadler (ehem. 2. Vorsitzender jetzt Beisitzer) Klaus Spieler, Maximilian Burk (Betreuer Naturschutzgebiet Magentriften), Robert Scheibel (ehem. 1. Vorsitzender jetzt Beisitzer), Frank Jung (Beisitzer) und Reinhold Witzel (Beisitzer)

 

Erhebliche Veränderungen im Vorstand sind das Ergebnis der beiden Mitgliederversammlungen des NABU Ober-Mörlen, die im Juni und August stattfanden. Es zeichnete sich schon zu Jahresbeginn ab, dass die Vereinsspitze mit dem langjährigen 1. Vorsitzenden Robert Scheibel und dem 2. Vorsitzenden Klaus Nadler nicht mehr kandidieren würde. Intensive Gespräche mit potenziellen Nachfolgern blieben erfolglos, so dass der NABU Ober-Mörlen den Weg einschlug, den schon viele Vereine gegangen sind: Eine Änderung der Satzung mit dem Inhalt, die Arbeit und Verantwortung für die Vereinsführung auf mehrere Schultern zu verteilen – also einen Teamvorstand zu bilden. Die Änderung wurde von den Mitgliedern in der ersten Versammlung gebilligt und vom Amtsgericht genehmigt. In der zweiten Versammlung Mitte August wurde dann satzungsgemäß der Teamvorstand gewählt. Ihm gehören sechs gleichberechtigte Mitglieder an: Maximilian Burk (Betreuer des Naturschutzgebiets Magertriften), Gerhard Höpfner (Kassenwart), Matthias Möbs, Gudrun Radermacher (Jugendbetreuerin) Hans-Josef Rauch (Schriftführer) und Klaus Spieler. Unterstützt wird der Teamvorstand durch vier Beisitzer: Frank Jung, Klaus Nadler, Robert Scheibel und Reinhold Witzel.

 

Die erste Amtshandlung des neuen Teamvorstands war es, die scheidende Vereinsspitze zu verabschieden. Maximilian Burk trug die Schwerpunkte der über 22-jährigen Vereinsführung durch Robert Scheibel vor: Vorbereitung und Leitung von ca. 250 Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen. In seiner Amtszeit wuchs die Zahl der Mitglieder von 90 auf aktuell 148. Unter seiner Ägide wurde der Übergang der Naturschutzgruppe zur NABU-Ortsgruppe abgeschlossen. Er startete etliche Initiativen und organisierte ein Vielzahl von Arbeitseinsätzen, Seminaren, Vorträgen und Führungen, zum Beispiel zu den Fledermäusen im NSG Magertriften oder den Amphibien auf dem ehemaligen Panzerübungsplatz Eichkopf. Viel Zeit floss auch in „trockene“ Angelegenheiten wie Stellungnahmen zu Bebauungs- und Flächennutzungsplänen oder das Erarbeiten einer Biotop-Projektliste. Im Arbeitskreis zur lokalen Agenda 21 Ober-Mörlen arbeitete Robert Scheibel jahrelang mit und gestaltete die Usa-Broschüre. Seine Passion für den Apfel zeigte er mit der Sortenbestimmung und Kartierung des Obstbaumbestands im Naturschutzgebiet Magertriften. Seit Jahren leitet er die Pflege und Ernte der dort gelegenen Streuobstwiese 111, die mit 200 Bäumen und 60 Obstsorten besonders wertvoll ist. Diese Aufgabe liegt R. Scheibel so am Herzen, dass er sie auch als Beisitzer fortführen wird. Laudator M. Burk wies darauf hin, dass die vollständige Aufzählung der Aktivitäten des scheidenden 1. Vorsitzenden schier unmöglich ist. M. Burk dankte ihm im Namen der Mitglieder für die lang andauernde vorbildliche Arbeit und freute sich, dass R. Scheibel dem NABU Ober-Mörlen als Beisitzer mit Erfahrung und Engagement erhalten bleibt.

 

Mit Klaus Nadler tritt nach 23 Jahren als 2. Vorsitzender ein Mann der ersten Stunde aus der vordersten Linie ab. M. Burk erinnerte an eine der ersten Aktivitäten der damaligen Naturschutzgruppe, dem Bepflanzen des heutigen Vogelschutzgehölzes "Auf der Hub", das unter dem Gründungsvorsitzenden K. Nadler um 1980 herum realisiert wurde. Damals sah er auch seine Aufgabe darin, die Wahrnehmung des Vereins in der Öffentlichkeit zu verbessern, denn viele nahmen zwar die Defizite in der Natur wahr, aber Zusammenschlüsse mit dem Ziel, aktiv mit Hacke und Schaufel die Verhältnisse lokal zu verbessern, waren neu. In den achtziger Jahren war K. Nadler für die Jugendarbeit verantwortlich, danach bis zur Übernahme des 2. Vorsitzes war er als Beisitzer aktiv. Sein Fachgebiet ist die Vogelkunde, die alljährliche Vogelstimmenwanderung  ist ein fester Bestandteil des Vereinskalenders. Aber auch das Thema Apfel ist bei ihm gut aufgehoben. Mit gutem Beispiel ging er voran, indem er 150 hochstämmige Obstbäume auf eigenem Grund pflanzte. M. Burk dankte auch ihm in Namen der Mitglieder für sein langjähriges Engagement und freute sich, dass er ebenso wie R. Scheibel seine Arbeit für den NABU Ober-Mörlen als Beisitzer fortsetzt. 

Wir haben beim Sommerfest der Volksbank mitgemacht (05.07.2015)

und sehr zufrieden nach Schluss der Veranstaltung unsere Sachen zusammengepackt. Die Volksbank Ober-Mörlen ist Mitglied der örtlichen NABU-Gruppe und hat in den vergangenen Jahren wiederholt großzügig für die Naturschutzarbeit in Ober-Mörlen gespendet. Da war es für uns klar, dass wir am Rahmenprogramm des Sommerfests teilnehmen würden. Zum Glück stand uns angesichts der enormen Hitze ein schöner Platz unter einer schattenspendenden Kastanie zur Verfügung. Überhaupt waren viele Besucher erstaunt über die "lauschigen" Grünflächen zwischen den Häusern der Frankfurter Straße und der Neugasse.

 

Für den Bau von Nistkästen und Insektenhotels hatten wir eine Werkbank aufgestellt – die Bausätze waren von der Volksbank erworben worden. Bei den jungen Besuchern kamen die Bastelangebote sehr gut an. Unter sachkundiger Anleitung und mit helfender Hand konnte es schon eine halbe Stunde dauern, bis so ein Meisenkasten zusammengezimmert war. Etwas einfacher, aber durchaus anstrengend war das Anfertigen eines Insekten-Nistklotzes. Mit dem Akku-Schrauber und unterschiedlich starken Bohrern mussten viele Löcher in einen Holzblock getrieben werden. Zuhause an einem sonnigen aber regengeschützten Platz aufgehängt, werden solitär lebende Insekten wie die Mauerbiene ihre Eier und Nahrung in die gebohrten Röhren legen.

 

Zusätzlich konnten wir die Veranstaltung dazu nutzen, um die im Naturschutzgebiet Magertriften laufende Nachtfalterkartierung zu präsentieren und Informationen zur Imkerei zu geben. Die Volksbank hat die noch verbliebenen Bausätze dankenswerterweise dem NABU Ober-Mörlen überlassen. Die NABU-Jugend Ober-Mörlen wird in ihren Kinderstunden im Herbst diese Teile mit den Kindern zusammenbauen und die so entstandenen Nistkästen und Insektenhotels in der Ober-Mörler Gemarkung aufhängen. Die genauen Termine werden hier in den Ober-Mörler Nachrichten und unter http://www.naju-ober-moerlen.cms4people.de veröffentlicht werden.

Mit dem Landrat des Wetteraukreises durch die Magertriften (31.05.2015)

Wir laden im Sommerhalbjahr zu monatlichen Wanderungen durch das Naturschutzgebiet Magertriften ein. Maximilian Burk, langjähriger Schutzgebietsbetreuer, konnte am letzten Mai-Sonntag unter den Teilnehmern auch Joachim Arnold, den Landrat des Wetteraukreises begrüßen. In seiner Begleitung war Michael Schwarz, der im Landratsamt in der Fachstelle Naturschutz und Landschaftspflege für Ober-Mörlen zuständig ist. Erster Haltepunkt auf dem dreistündigen Rundkurs durch das 78 ha große Schutzgebiet war die Parzelle 111, eine vom NABU betreute Streuobstwiese, auf der 200 Obstbäume stehen, die 45 verschiedene Apfelsorten liefern. Seit Jahren werden dort landestypische alte Apfelsorten nachgepflanzt und durch jährliche Erziehungs- und Erhaltungsschnitte gepflegt. Dort konnten die Wanderer auch den Gartenrotschwanz beim Futtersammeln beobachten.

 

Im nächsten Geländeabschnitt informierte M. Burk über Magerrasen. Landwirtschaftlich intensiv genutzte Wiesen beheimaten heutzutage maximal 12 Blütenpflanzenarten, während es auf ungedüngtem Halbmagerrasen die doppelte Anzahl sein kann. Spitzenreiter an Vielfalt ist aber der Trockenrasen, der bis zu 65 Spezies wachsen lässt. Auf einer solchen Fläche zeigte M. Burk den Klappertopf und das Kreuzblümchen. Viele Teilnehmer hatten diese filigranen Schönheiten noch nie wahrgenommen. Magerrasenflächen und angrenzende Heckenzüge sind auch bevorzugter Lebensraum für Nachtfalter. Diese kartiert seit einigen Jahren der Insektenkundler Dr. Klinger aus Usingen; inzwischen hat er ca. 400 Nachtfalterarten nachgewiesen. M. Burk wies darauf hin, dass es für die Bestätigung eines Naturschutzgebiets nicht wichtig ist, einen besonders seltenen Nachtfalter gefunden zu haben – entscheidend ist die Anzahl der Arten!

 

An einer Hochstamm-Neupflanzung im Ostheimer Teil erläuterte Vorsitzender Robert Scheibel den Hintergrund dieses Projekts des Pomologen-Vereins: Es wurden zwecks Sortenerhaltung sehr seltene Obstsorten aufveredelt, deren Namen mit historischen Persönlichkeiten der Obstsortenkunde in Verbindung stehen.

 

Auf der weiteren Route ergaben sich immer wieder Möglichkeiten, Vögel zu hören und zu beobachten – ohnehin war der Rundkurs keine Wanderung, sondern ein "stop and go", abhängig von dem, was gerade von Baum zu Baum flog oder als Pflanze am Wegesrand stand. Vogelkundliche Höhepunkte waren die Beobachtung eines Neuntöters und der Gesang der Nachtigall. Am Ende der Rundstrecke bedankte sich Landrat Arnold für die informative Führung, die ihn in seiner Auffassung bestätigte, dass es nicht ausreicht, sich solche besonderen Flächen im Landkreis nur auf Planunterlagen oder mit google anzuschauen. Wichtig ist es für ihn, dort gewesen zu sein. Das Angebot des NABU Ober-Mörlen zur Wanderung durch das Naturschutzgebiet sei für ihn die Möglichkeit gewesen, sich ohne Zeitdruck einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. 

Ein goldener Apfel für den Ober-Mörler Apfelwein "Parzelle 111"

Aus einem freudigen Anlass kamen kürzlich die Vertreter der am Projekt „Sechs Richtige“ beteiligten Naturschutzgruppen und Initiativen zu einem Umtrunk in der Straußwirtschaft „Rote Pumpe“ in Nieder-Mörlen zusammen. Ulli und Philipp Schwabe konnten mit Stolz verkünden, dass der Apfelwein „Parzelle 111“ aus Äpfeln der Vereinswiese mit einem Pomme d’Or 2015 in der Kategorie Manufakturapfelweine ausgezeichnet wurde. Die goldenen Äpfel, die als Oscar der Apfelwein-Szene gelten, wurden zum 7. Mal von der Apfel-Compagnie, einem Verein zur Förderung der hessischen Apfelweinkultur, vergeben. Erfahrene Degustatoren bewerteten Farbe, Geruch und Geschmack der über 100 eingereichten Produkte nach den Kriterien der Sommelier-Union.

Erfreut waren die Vereinsvertreter auch darüber, dass dieses besondere Vermarktungsprojekt zur Unterstützung der Streuobstwiesen keine Eintagsfliege ist. Der zweite Jahrgang der Lagen-Apfelweine ist in der Endphase des Ausbaus, und auf dem Tisch standen die Flaschen des neuesten Erzeugnisses zum Verkosten bereit: Apfelsäfte, die ebenfalls von den sechs Lagen in Bad Nauheim, Ober-Mörlen, Langenhain, Hoch-Weisel, Rockenberg und Dorheim stammen. Beim Probieren wurde schnell deutlich, dass auch die Säfte durch die unterschiedliche Sortenzusammenstellung eine große Geschmacksvielfalt aufweisen.

Tag der Schafschur (12.4.2015)

Ein vielfältiges und nicht alltägliches Angebot lockte bei tollem Wetter eine große Besucherschar zum Tag der Schafschur bei der Schäferei Weißelberg. Gleich drei Schafscherer befreiten die Schafe von ihrer dicken Wolle (siehe Foto). Die Kinder begeisterten sich natürlich vor allem für die zahlreichen Lämmer, die wenige Tage bis mehrere Wochen alt waren. Die NABU-Gruppe Ober-Mörlen unterstützte den Schäfereibetrieb wieder bei der Besucherbetreuung, unter anderem beim Grillen der Wetterauer Lammbratwürstchen und beim Getränkeverkauf. Mehrere Quiztafeln luden zum Wissenstest ein: So wissen die Gäste nun, dass junge Schafe bis zum Alter von 12 Monaten als Lamm bezeichnet werden, dass die hiesige Schafherde einmal im Jahr geschoren wird, und dass die Hunde des Schäfers nicht Schäferhunde sondern Hütehunde heißen. Mitmachen war auch bei der Wollverarbeitung mittels Filzen angesagt. Nachmittags erkundete eine Gruppe bei einer kleinen Führung das NSG Magertriften. Obgleich das Life-Projekt „Wetterauer Hutungen“ letztes Jahr zu Ende gegangen ist, war der Wetteraukreis mit einem Infostand zu diesem Thema vertreten. Neu im Programm war die Vorführung von Rückepferden. Wie exakt diese auf Kommandos hören müssen, war für die Besucher sehr beeindruckend.

Spende für Streuobstwiesen-Pflege eingesetzt (17.01.2015)

Gerne waren die Vorstandsmitglieder des NABU Ober-Mörlen im Januar der Einladung der Volksbank Ober-Mörlen gefolgt, um gemeinsam mit anderen Ortsvereinen eine finanzielle Unterstützung von jeweils 500.- € entgegenzunehmen. Die Bank sieht in dem Engagement der Vereine eine Gemeinsamkeit mit ihren eigenen Zielen: Dem Wohle der Ober-Mörler Bürger dienen. Wir danken der Volksbank Ober-Mörlen und hoffen, dass ihre wirtschaftliche Situation und die Erträge aus dem Gewinnsparen auch in Zukunft solche Zuwendungen möglich machen.   

 

Das Geld konnte bereits sinnvoll verwendet werden, und zwar für den Schnitt einiger Streuobstbäume im Naturschutzgebiet Magertriften auf der sogenannten „Parzelle 111“, die über den Verein hinaus durch den gleichnamigen Apfelwein eine gewisse Bekanntheit erlangt hat. Auf dieser Gemeindefläche hinter dem Sportplatz befindet sich der Großteil der jungen und alten Obstbäume, die von der NABU-Gruppe betreut werden. Aufgrund der großen Anzahl zu pflegender Bäume und aktuellen, gesundheitlich bedingten Ausfällen hat der Vorstand den Schnitt von insgesamt 22 Bäumen in Auftrag gegeben. Erfreulicherweise haben wir mit Mirko Franz einen Baumpfleger gefunden (www.mirkofranz.de), der sich sehr gut mit dem Obstbaumschnitt auskennt und unsere Ansprüche erfüllt. Zusätzlich zu den eigenen Arbeitsstunden wird der NABU Ober-Mörlen am Ende dieser Schnittsaison rund 2000 Euro für Baumschnitt und Abfuhr der Äste investiert haben. Davon profitiert nicht nur die artenreiche und teils selten gewordene Tierwelt – auch die Bürgerinnen und Bürger können bei ihren Spaziergängen entlang der Weinstraße den Blick in die äußerst gut gepflegte Obstwiese genießen.