Willkommen beim NABU Ober-Mörlen

Der Stieglitz - Vogel des Jahres 2016. Foto: NABU/Frank Derer
Der Stieglitz - Vogel des Jahres 2016. Foto: NABU/Frank Derer

Für Mensch und Natur

Der NABU Ober-Mörlen möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.

Der NABU Ober-Mörlen setzt sich auf vielfältige Weise für diese Ziele ein. Zu unserer Arbeit gehören praktische Maßnahmen wie Landschaftspflege, Vorträge, Exkursionen in die Natur und eine intensive Jugendarbeit. 

Veranstaltungen / Termine

 

Die Wanderung im Naturschutzgebiet Magertriften am 29.05.2016 fällt krankheitsbedingt aus ! ! 

 

Aktuelles - Berichte und Bilder

 

Aktuelle Fotos vom Naturschutzgebiet Magertriften finden Sie hier

Unser Vereinsausflug in den Westerwald (22.05.2016)

Reisebusse, die am vergangenen Sonntag die Autobahn in Herborn verließen, wollten garantiert zu dem dort stattfindenden Hessentag. Nur die Vereinsausflügler machten eine Ausnahme, sie fuhren nicht hinunter in das Dilltal, sondern hinauf in den Westerwald nach Erdbach. Ziel war die Schauhöhle Herbstlabyrinth mit der umgebenden Landschaft. Da die Busgesellschaft zu groß für eine gemeinsame Höhlenbegehung war, wurden zwei Gruppen gebildet. Die erste Gruppe startete mit dem Abstieg in die Tiefe, während die zweite Gruppe den Karstlehrpfad erwanderte - danach umgekehrt. Die einstündige Höhlenführung war nach Aussagen aller Teilnehmer das Eindrucksvollste. Ausschlaggebend war die hervorragende Präsentation: In sehr verständlicher Sprache erklärten die Höhlenführer die geologischen Zusammenhänge und geizten nicht mit humorvollen Einlagen. Die mit LED-Licht illuminierten Gesteinsformationen waren eine Augenweide, und was wir aus anderen erschlossenen Höhlen kennen: Tropfsteingebilde, die an etwas Irdisches erinnern, bekommen passende Namen, in der Herbstlabyrinthhöhle zum Beispiel Schneemann, Maccaroni oder Lasagne. Mit Laserpointern setzten die Höhlenführer diese Kuriositäten ins rechte Licht.

 

Die Wanderung auf dem Karstlehrpfad knüpfte thematisch an die Höhlenbesichtigung an. Wanderführer Dieter Kraus informierte, dass der Erdbach im hochgelegenen Breitscheid versiegt (Erdbachschwinde) und nach eineinhalb Kilometern im tiefer gelegenen Ortsteil Erdbach wieder ans Tageslicht tritt. Auf halber Wanderstrecke konnten die Steinkammern besichtigt werden. Diese Höhlen wurden in grauer Vorzeit wohl auch von Menschen genutzt, aber höchstwahrscheinlich nicht als dauerhafte Bleibe - wie Dieter Kraus betonte. Die Wanderung endete in einem bereits in den fünfziger Jahren stillgelegten Steinbruch, der nur durch einen Tunnel zu erreichen ist. Beeindruckend waren die Abgeschiedenheit und das Ausmaß, mit dem die Natur dort wieder zurückgekehrt ist.

 

Die beiden Gruppen trafen sich zum Mittagsimbiss im Dorfladen von Erdbach, der auch mit einem Bistro ausgestattet ist. Nachdem die wohlschmeckenden Suppen und Salate verzehrt waren, führte die Busfahrt durch den hohen Westerwald nach Weilburg. Die zwei Stunden in der Stadt waren zur freien Verfügung und wurden genutzt für den Gang über den Flohmarkt, zum Verweilen beim Ballermann-Konzert in einer Altstadtgasse oder zum Flanieren im Schlosspark.

 

Der Ausflug endete mit dem Abendessen im Landgasthof Zur Linde in Weilrod-Gemünden. Dort klappte alles bestens und die Qualität der Gerichte wurde gelobt. Resümee des Tages: In nur 62 km Entfernung von Ober-Mörlen gibt es mit der Herbstlabyrinthhöhle in Erdbach ein erlebenswertes Ausflugsziel. Aber auch der Hohe Westerwald und der Hintertaunus abseits der Bundesstraßen warten auf Entdeckung.   

Das Wichtigste aus der Mitgliederversammlung 2016

Die Kinder und Jugendbetreuer Kevin Knapp pressen Saft.
Die Kinder und Jugendbetreuer Kevin Knapp pressen Saft.

Dieser jährlich einmal anstehende Termin hat für Vereine eine starke formale Ausprägung, weil gemäß Satzung etliche Pflichtthemen zu behandeln sind, auf die hier aber nicht näher eingegangen wird, weil sie ordnungsgemäß abgehakt werden konnten. (Unseren Mitgliedern senden wir auf Anforderung gerne das Protokoll als pdf zu). Erstmals musste der sechsköpfige Teamvorstand Rede und Antwort stehen, die Vorstandsmitglieder und die Beisitzer trugen die Informationen aus ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich vor. Die Vereinsarbeit bewegte sich auf dem beachtlichen Niveau der vergangenen Jahre. Wir boten Führungen an mit den Themen Fledermaus, Nachtfalter, Feldhamster, Vogelstimmen sowie als Veranstaltungsserie Flora und Fauna des Naturschutzgebiets Magertriften. Das zweijährliche Streuobstseminar mit Theorie im Schloss und Schnittpraxis auf der Streuobstwiese war mit 28 Teilnehmern wieder ausgebucht. Kernaufgaben einer NABU-Ortsgruppe sind der Artenschutz und die Biotoppflege. In der Gemarkung aufgestellte Vogelfutterhäuser sind repariert bzw. neu gebaut und während der Frostperiode im Winter mit Futter versorgt worden. Seit mehreren Jahren betreut der NABU den Lebensraum Kirchturm (siehe nachfolgenden Bericht "Falken brüten"). In mehreren Arbeitseinsätzen wurde der Riesenbärenklau und Staudenknöterich an den uns bekannten Stellen in der Ober-Mörler Gemarkung bekämpft. Die Feldholzinseln "Kehl", "Auf der Hub", "Am Hinkelstein" und "Lehmkaute" wurden von uns regelmäßig kontrolliert und wenn notwendig das Gehölz ausgedünnt, überhängende Äste entfernt oder Lesesteinhaufen und Amphibientümpel freigestellt. Streuobstwiesen bieten ein reiches Betätigungsfeld: Im Sommer 2015 wurden junge Obstbäume aufgrund der Trockenheit regelmäßig gewässert. Der Behang mit unreifen Früchten war so stark, dass durch teilweises Abschütteln das Brechen von Ästen verhindert werden musste. Die Apfelernte mit insgesamt ca. sechs Tonnen ist ganz überwiegend an die Kelterei Rote Pumpe in Nieder-Mörlen geliefert worden, die daraus hochwertige Säfte, Weine (gemischte und sortenreine) und Schnäpse hergestellt hat. Im Winterhalbjahr wurden Obstbäume geschnitten. Da hierfür aber zu wenige Aktive zur Verfügung standen, hat die NABU-Gruppe 40 Bäume auf Vereins- und Gemeindeflächen schneiden lassen und 3300 Euro für diese Arbeiten zur Verfügung gestellt. Die Kinder im Verein trafen sich alle zwei Wochen samstags unter der Leitung der drei Jugendbetreuer. Und die hatten wieder ein abwechslungsreiches Programm zu bieten: Sitzstangen für Greife in der Gemarkung aufbauen, Keltern auf der Obstbaumwiese (siehe Foto), Nistkästen säubern, Wanderung zum Bärlauch im Donnersgraben, Teilnahme an der Aktion Saubere Gemarkung und am Weihnachtsmarkt. Mit dem Geld, das die Kinder auf den letzten beiden Weihnachtsmärkten eingenommen haben, wollen sie in diesem Jahr den Aufenthalt in der Heinrich-Hörle-Hütte (in der Nähe der Marienkapelle) in Kransberg bezahlen.

 

Die auch von außen an uns mit Zweifeln herangetragene Frage, ob ein Verein von mehreren gleichgestellten Personen - also einem Team - geführt werden kann, wird von uns nach zehn Monaten mit einem Ja beantwortet, aber folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein:
a) Es existiert ein Aufgabenverteilungsplan, der detailliert festlegt, wer im Vorstand für was zuständig ist. b) Wichtige Informationen müssen allen Vorstandsmitgliedern bekannt gemacht werden. c) Aktivitäten bzw. Stellungnahmen erfolgen nur abgestimmt. Noch vor 30 Jahren wäre ein Teamvorstand an der komplexen Kommunikation gescheitert. Einerseits haben die modernen Medien die Informationsmenge auch für Vereine vervielfacht, andererseits können durch ihre Nutzung jetzt erfolgreich neue Organisationsformen praktiziert werden.  

Eine perfekte Vogelstimmenwanderung (08.05.2016)

unternahmen 20 Teilnehmer in den Magertriften, geführt wurden sie von unserem Vogelexperten Klaus Nadler. In den vergangenen Jahren kam es des Öfteren vor, dass die NABU-Aktiven unter sich waren, weil es regnete oder das Gelände total aufgeweicht war. Diesmal: Sonnenschein, angenehme Temperatur und eine Vogelwelt, die sich hören und sehen lassen wollte. Ungefähr 30 Arten konnten anhand ihres Gesanges, ihrer Konturen oder ihres Flugbildes identifiziert werden, darunter: Goldammer, Stieglitz (Vogel des Jahres 2016), Fitis, Zilpzalp, Nachtigall und der Gartenrotschwanz. Kein Weg war Klaus Nadler und den Teilnehmern zu weit, um dem Neuntöter zu begegnen. Und tatsächlich, am nördlichen Rand der Magertriften, auf Ostheimer Gemarkung, zeigte er sich ganz oben im Baum auf einem unbelaubten Ast. Der Neuntöter gilt bei uns als Charaktervogel eines halboffenen, reich strukturierten Geländes. Wo er vorkommt, ist die Natur noch in Ordnung. Als sehr eindrucksvoll bezeichneten etliche Teilnehmer die Landschaft und die natürliche Vielfalt des Naturschutzgebiets. Der Blick vom nördlichen Rand des Alten Tals hinüber zum Winterstein hatte es insbesondere den auswärtigen "Erstbegehern" angetan.

Falken brüten (25.04.2016)

Endlich ein Teilerfolg! Nach fünf Jahren vergeblichen Wartens hat ein Turmfalkenpaar den bereitgestellten Nistkasten im Turm der Kirche St. Remigius in Ober-Mörlen bezogen. Die fünf Eier bebrütet nur das Weibchen, während das Männchen dieses mit Beutetieren versorgt. Durch die verschmutzte Scheibe gelang das Foto des schönen Falkenweibchens.

 

2011 hatte sich die katholische Kirchengemeinde wegen des Taubenproblems an den örtlichen NABU gewandt. Zur Lösung dieses nicht alltäglichen Problems schaltete der NABU Ober-Mörlen die Vogelschutzwarte Frankfurt ein. Vorgeschlagene bauliche Vorkehrungen waren an der Kirche bereits realisiert. Die Fenster sind mit Drahtgitter geschützt; Simse und Nischen haben eine  Stachelauflage. So blieb also nur eine Vertreibung der Tauben durch natürliche Feinde. Aber weder Habicht noch Wanderfalke oder Uhu lassen sich als Bewohner von bereitgestellten Nisthilfen in den Kirchturm locken. Aufgeschlossener sind da schon der Turmfalke und die Schleiereule. Zwar gehören Tauben nicht zur Beute dieser Greife, aber ihre Anwesenheit führt zu einer dauerhaften Beunruhigung; die Tauben suchen sich dann ein anderes Zuhause.

 

Im Februar 2011 bauten die NABU-Aktiven Nistkästen für Schleiereule und Turmfalke unterhalb des Geläuts ein. Nun begann das lange Warten, und das hieß für die NABU-Betreuer, dass von März bis Oktober alle 20 Tage ein Inspektionsgang in den Kirchturm fällig wurde. Der so gewählte zeitliche Abstand soll den Bruterfolg der ungebetenen Gäste verhindern. Und diese Gäste kamen; zunächst  Tauben und schon 2012 die Nilgans. Trotz der Kontrolle gelang der Gans eine erfolgreiche Brut im Schleiereulenkasten. Einen deutlichen Hinweis auf die Robustheit und Überlebenskunst der Nilgans gibt die Tatsache, dass die Küken (Nestflüchter) den Sturzflug aus ca. 20 Meter Höhe auf den Kirchplatz überlebt haben. Damit es keinen weiteren Bruterfolg für die Nilgans gibt, werden seit 2014 ihre Eier gegen Gipsexemplare ausgetauscht, außerdem ist die Einflugöffnung des Schleiereulenkastens von 30x30cm mittels einer Blende auf Postkartengröße verkleinert worden. Genutzt hat das alles bislang wenig. Z.Zt. sitzen die Gänse wieder auf den Gipseiern, geben aber Ruhe. Wenn sie jetzt aus dem Schleiereulenkasten vertrieben werden, versuchen sie, den Turmfalkenkasten zu belegen, was gerade wegen der Falkenbrut nicht passieren darf.

Falkengelege
Falkengelege

Wissen über die Pflege von Streuobstbäumen vermittelt (12.03.2016)

Wir konnten uns auch in diesem Jahr über reges Interesse am Streuobstwiesen-Seminar freuen. Etwa 30 Teilnehmer kamen nicht nur aus Ober-Mörlen und den Nachbargemeinden, sondern sogar aus Frankfurt und dem Westerwald. Offenbar wurde die Terminankündigung von vielen im Internet gelesen. Nach der Begrüßung durch Hans-Josef Rauch vermittelte Agrar-Ingenieur Michael Lehmann am Vormittag anhand von Bildern und Muster-Ästen die nötigen Grundlagen, die man kennen sollte, wenn hochstämmige Obstbäume zu pflanzen und zu schneiden sind. Dabei ging er auf zahlreiche Fragen ein. Ferner erläuterte Klaus Spieler, wie zu starkem Mistelbefall entgegengewirkt wird, der insbesondere alte Bäume schwächt.

Nach der Mittagspause, in der sich die Kursteilnehmer mit Broschüren eindecken und Streuobstapfelsaft kosten konnten, ging es mit dem Praxisteil auf der größten vom Verein betreuten Streuobstfläche im NSG Magertriften weiter. In vier Gruppen, die von Michael Lehmann, Robert Scheibel, Klaus Spieler und Mirko Franz angeleitet wurden, griffen die Besucher selbst zu Schere und Säge. Jeder Gruppe standen ein Jungbaum, ein etwa 25-jähriger Baum und ein Altbaum zur Verfügung, sodass die verschiedenen Schnittphasen Erziehung, Erhaltung und Verjüngung geübt werden konnten.

Ein typischer Arbeitseinsatz (30.01.2016)

Das NABU-Motto "Global denken - lokal handeln" hat sich die Ober-Mörler Gruppe (damals noch Naturschutzgruppe) schon vor vielen Jahren zu eigen gemacht und Feldgehölze angelegt, um die Lebensbedingungen für Vögel und Wild zu verbessern. Das erste auf diese Weise aufgewertete Areal "Auf der Hub" liegt nördlich hinter dem Orteil Maiberg und war vormals eine eiszeitliche Erosionsrinne, die eine wunderbare Streuobstwiese beherbergte. Dann entschied die Flurbereinigungsbehörde in den 1960er Jahren, diesen Geländeabschnitt zu verfüllen. Hunderte ausgerissener Obstbäume wurden in die Vertiefung geschoben, Bauschutt und Müll folgten, bis alles eben war. Anfang der 1980er Jahre fand unser Plan, dort ein Schutzgehölz anzulegen, bei der Gemeinde ein offenes Ohr. Die mühsame Rekultivierung durch die Naturschutzgruppe endete 1986 mit dem Bau eines Amphibienteichs.

 

Über die drei Jahrzehnte hinweg hat sich das Feldgehölz "Auf der Hub" zu einem wertvollen Biotop entwickelt, das allerdings auch gepflegt werden muss. Ein solcher Einsatz fand Ende Januar statt. Mit Motorsäge und Freischneider wurde der Bewuchs um den Tümpel so weit reduziert, dass die Vögel das Kleinbiotop aus der Luft erkennen und dort auch niedergehen und auffliegen können. Für das Wild ist eine Ruhezone freigeschnitten worden, Dornenhecken und Gehölze wurden zwecks Verjüngung auf Stock gesetzt, aber auch einige große Bäume mussten gefällt werden. Nach Abschluss der Arbeiten fotografierte Hans-Josef Rauch die Aktiven (v.l.n.r Klaus Spieler, Frank Jung, Reinhold Witzel und Matthias Möbs).

 

 

Ältere Berichte finden Sie hier

Fotografiert von unseren Mitgliedern

Goldammer in den Magertriften
Goldammer in den Magertriften
Moschusmalve
Moschusmalve
Hornissenschwebfliege, ca. 2 cm
Hornissenschwebfliege, ca. 2 cm
Nachtfalter Brauner Bär
Nachtfalter Brauner Bär
Buchfink auf Futtersuche
Buchfink auf Futtersuche
Vogelfutter im eisigen Februar
Vogelfutter im eisigen Februar
Pflückreife Äpfel (Vereinswiese)
Pflückreife Äpfel (Vereinswiese)
Azurjungfern machen Hochzeit
Azurjungfern machen Hochzeit
Kaisermantel (weibl.)
Kaisermantel (weibl.)
Schwalbenschwanz
Schwalbenschwanz
Augentrost
Augentrost
Speierlinge
Speierlinge
Schlüsselblumen
Schlüsselblumen
Schnecke auf Apfel
Schnecke auf Apfel
Kirschpflaumen (Myrobalane)
Kirschpflaumen (Myrobalane)
Baumpilz
Baumpilz
Achateule
Achateule