Nicht mehr ganz aktuell, aber noch interessant

Streuobstseminar (24.02.2018)

Der Begriff Streuobstseminar wird gelegentlich als zu bedeutungsvoll empfunden, aber die 24 Teilnehmer an dieser Veranstaltung sahen das nach Abschluss des Tages sicherlich anders. Der Referent, Diplom-Agraringenieur Michael Lehmann, bot am Morgen zweieinhalb Stunden Theorie. Er ging auf das richtige Pflanzen eines Hochstammsetzlings ein und erläuterte die Wuchs- und Schnittregeln, die für den Erhalt der Bäume wichtig sind. Alle Phasen im Leben eines Obstbaums wurden besprochen, ebenso die Unterschiede zwischen den Obstarten und die Bedeutung des Schnittzeitpunkts. Die Teilnehmer konnten mitschreiben und Fragen stellen. In einem Vortragsraum klappt so etwas besser als auf der freien Wiese. Vereinsmitglied Klaus Spieler griff ein aktuelles Problem auf: die Mistel. Früher eine Seltenheit, schädigt sie nun die Obstbäume, aber auch andere Laubbäume, in bedrohlichem Ausmaß. K. Spieler beschrieb, wie sich die Mistel verbreitet und wie sie zu bekämpfen ist. Wachsen die Misteln im äußeren Kronenbereich, werden sie samt Ast mit einem Rückschnitt bis zur nächstgelegenen Gabelung entfernt. Bei tragenden Leitästen ist dies nicht möglich. Hier kann man die Misteln nur immer wieder abschneiden, um die Beerenbildung zu verhindern.

 

Nach der Mittagspause folgten zweieinhalb Stunden praktische Übungen auf der NABU-eigenen Streuobstwiese am Bottenberg. Neben Michael Lehmann leiteten die Experten des NABU Ober-Mörlen die Kleingruppen an. Der Schwerpunkt lag auf dem Schnitt alter Apfel- und Zwetschenbäume, die seit Jahren nicht mehr gepflegt worden waren. Unsere Absicht, den Pflanzschnitt an den vielen neu gesetzten Bäumen zu üben, konnten wir wegen der herrschenden Kälte und der damit verbundenen Gefahr von Frostschäden an den Schnittstellen nicht realisieren. Das Streuobstseminar 2019 wird vom Nachbarverein NABU Bad Nauheim im Ortsteil Nieder-Mörlen veranstaltet werden. Interessenten können zu gegebener Zeit unter www.nabu-bad-nauheim.de nähere Informationen finden.

Der Verbuschung der Lehmkaute entgegengewirkt (24.01.2018)

Bei unserem Pflegeeinsatz auf der „Lehmkaute“ ging es darum, Gehölzaufwuchs zu entfernen. Die frühere Lehmgrube wurde in der Nachkriegszeit als Deponie genutzt und in den 1980er-Jahren mit Erde abgedeckt und teilweise bepflanzt. Die Mischung aus Offenflächen, einzelnen Sträuchern und dichteren Gehölzbeständen stellt ein großartiges Refugium für Schmetterlinge, Wildbienen, Blütenpflanzen, Rehe und vieles mehr dar. Zahlreiche Vogelarten wie Goldammer, Nachtigall und Rebhuhn konnten die Naturschützer feststellen. Nun wächst das Biotop aber immer schneller zu und verliert dadurch an Wert. Damit die Artenvielfalt erhalten bleibt, müssen die Freiflächen offengehalten und Gehölze auf Stock gesetzt werden. So machten sich sechs Aktive mit Freischneidern, Motorsägen und Astscheren ans Werk (siehe Foto) und stellten einen circa 700 qm großen verbuschten Bereich frei. Angesichts der Gesamtgröße der drei Hektar großen gemeindeeigenen Fläche sind in den nächsten Jahren aber umfangreichere und wiederkehrende Arbeiten nötig. Daher wünscht sich der NABU von der Gemeinde Ober-Mörlen, dass diese angesichts der Bedeutung dieses Biotops entsprechende Maßnahmen in die Wege leitet.

Pflege des Heidekrauts (13.01.2018)

Schutzgebietsbetreuer Maximilian Burk hatte vergangenen Samstag zum Arbeitseinsatz in das Naturschutzgebiet Magertriften eingeladen. Auf der alten Weinstraße, Höhe gelber Berg, gibt es ein Areal, auf dem Heidekraut wächst. Um das Überwuchern des Heidekrauts durch andere Pflanzen zu vermeiden, sind zwei Maßnahmen erforderlich: Erstens Schafbeweidung und zweitens die manuelle Beseitigung von Pflanzen, die von den Schafen verschmäht wurden. Im wesentlichen waren das Ginster, wilde Rosen, Brombeere, Weißdorn und Schwarzdorn. Elf Männer und eine Frau (vom NABU und den Landschaftspflegefirmen Antony, Burk und Weißelberg) machten sich mit Spitzhacke und Spaten daran, das Heidekraut nach diesen Wuchskonkurrenten zu durchsuchen und sie zu entfernen. Am einfachsten geht das durch Abhacken über der Erde. Das ist aber nicht angeraten, weil die gekappten Pflanzen in kurzer Zeit nachwachsen. Nachhaltig ist die Arbeit nur dann, wenn die Wurzel gezogen wird, was im Einzelfall recht anstrengend sein kann. Nach etwas über zwei Stunden war die Arbeit getan. Um Abfuhrschäden zu vermeiden, wird das Schnittgut erst beseitigt, wenn der Boden trocken ist.

Ehrenamtspreis der Gemeinde Ober-Mörlen für die NAJU Ober-Mörlen (12.01.2018)

Freitag, der 12.01., war ein erfreulicher Tag für den NABU Ober-Mörlen und die Natur-schutzjugend NAJU. Anläßlich des Neujahrsempfangs überreichte Bürger-meister Wetzstein den Jugendbetreuern Kevin Knapp, Nils Franke und in Abwesen-heit Steffen König den Ehrenamtspreis. Zuvor hatte der Vorsitzende der Gemeinde-vertretung, Gottlieb Burk, die Wichtigkeit des ehrenamtlichen Engagements betont und die Aktivitäten der Jugendgruppe aufgezählt. Jugendarbeit war von Anfang an ein wichtiges Thema für den Verein, auch die drei Preisträger haben als Kinder an den Gruppenstunden teilgenommen und sind im Laufe der Jahre u. a. mit Unter-stützung durch Gudrun Radermacher, die im Vorstand für die Jugendarbeit zuständig ist, in ihre Aufgaben "hineingewachsen". Der Vorstand dankt den Gemeindegremien für die Auszeichnung, die den Preisträgern Anerkennung für die geleistete Arbeit und Motivation für die Zukunft bedeutet. Mehr Informationen zur Verleihung des Ehrenamtspreises enthält beigefügter Artikel aus der Wetterauer Zeitung, die der Veröffentlichung auf unserer website zugestimmt hat.