Coronachance statt Coronafrust

Die letzten Wochen der coronabedingten Entschleunigung hat ein früheres Mitglied des NABU Ober-Mörlen genutzt, um sehr professionell ca. 50 Nistkästen zu bauen, teilweise mit Dachpappe vor Feuchtigkeit zu schützen und an die Naturschutzjugend zu übergeben. Der für den Transport genutzte Combi war probbenvoll. Die Jugendlichen haben sich dann an zwei Samstagen mit ihren Betreuern getroffen, um in Kleingruppen die Kästen im Naturschutzgebiet Magertriften und auf dem vereinseigenen Obstbaumgrundstück am Bottenberg aufzuhängen. Hilfreich mit Rat und Tat zur Seite stand unser Mitglied Frank Jung.

 

In den letzten milden Wintern beobachteten die Jugendlichen, dass die Singvögel inzwischen oft schon sehr früh mit der Balz beginnen und sich nach geeigneten Nistmöglichkeiten umschauen. Doch häufig finden die Wohnungssuchenden jedoch keine passende Bleibe. Insbesondere die intensive Nutzung der offenen Landschaft, aber auch die übertriebene Ordnungsliebe mancher Menschen rund um Haus und Garten erschweren ihnen die Wohnungssuche. Dort wo alte Bäume fehlten, wo Scheunen vernagelt oder Ställe hermetisch verriegelt würden, wo Hecken nur noch als Hindernis zählten und Bäume nicht mehr alt und morsch werden dürften, sei kein Platz mehr für Amsel, Drossel, Fink und Star. Da sind künstliche Nisthilfen ein wichtiger Bestandteil des Schutzes der heimischen Vogelwelt. Aber die Jugendlichen haben gelernt, dass beim Anbringen der Nistkästen einige Dinge zu beachten sind. Aufgehängt werden sollten sie in der Regel in zwei bis drei Metern Höhe. Bestmöglich ist die Ausrichtung nach Osten oder Südosten, um starker Sonneneinstrahlung während der Brutzeit vorzubeugen. Weiterhin sollte das Einflugloch nicht zur Wetterseite zeigen, damit nicht zu viel Regen oder Wind in die warme Behausung eindringt. Äußerst wichtig ist, den Nistkasten außer Reichweite von Mardern anzubringen. 

Wenn dann die Spaziergänger die Ostertage nutzen, um im Naturschutzgebiet zu laufen und dabei auf den Wegen zu bleiben und ihre Hunde anzuleinen, kann die Coronakrise auch für unsere Ober-Mörler Singvögel zur Coronachance werden.

 

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